Winterreifen 205/55 R16 im Test: die Ergebnisse des ADAC-Tests 2024

Im Winterreifen 205/55 R16 Test des ADAC aus dem Jahr 2024 gewinnt der Continental WinterContact TS 870 mit der Gesamtnote 2,0. Zwölf Winterreifen wurden geprüft, nur drei erhielten das Urteil gut: neben dem Continental der Goodyear UltraGrip Performance 3 (2,2) und der Michelin Alpin 6 (2,3). Am Ende des Feldes steht der Winrun Winter-max A1 WR22, der wegen seiner Schwäche auf nasser Straße mit 5,5 als mangelhaft bewertet wurde.

Welche Winterreifen 205/55 R16 sind im ADAC-Test gut?

Der ADAC hat im Herbst 2024 zwölf Winterreifen für die Kompaktklasse gefahren, Testfahrzeug war ein VW Golf, die Schneeprüfungen fanden im finnischen Ivalo statt. Die Verteilung der Urteile: 3 x gut, 4 x befriedigend, 4 x ausreichend, 1 x mangelhaft. Die Bestnote sehr gut wurde nicht vergeben.

Continental WinterContact TS 870 (2,0): Mit einer Fahrsicherheitsnote von 1,8 setzt er laut ADAC den Maßstab, weil ihm auf nasser und winterlicher Fahrbahn kein anderer Reifen gleichkommt. In den Teilnoten zeigt sich das deutlich: 1,9 auf Nässe und 1,6 auf winterlicher Fahrbahn sind jeweils die besten Werte im Feld. In der Umweltbilanz erreicht er 2,3.

Goodyear UltraGrip Performance 3 (2,2): Er liegt nach ADAC-Einschätzung sowohl bei der Fahrsicherheit (2,2) als auch bei der Umweltbilanz (2,1) zwischen Continental und Michelin. Schwache Disziplinen zeigt er nicht.

Michelin Alpin 6 (2,3): Bei der Fahrsicherheit ist er mit 2,4 der schwächste der drei guten Reifen. Dafür hat er die höchste prognostizierte Laufleistung im Test (53.200 Kilometer) und den geringsten Abrieb.

Im ADAC-Preisvergleich kosten die drei Spitzenreifen 126 bis 140 Euro pro Stück. Der ADAC ermittelt diese Werte bei Reifenfachhändlern und bildet daraus einen mittleren Preis für Deutschland, der Ladenpreis kann also abweichen. Bei Zeetex, GT Radial und Winrun weist der ADAC ausdrücklich auf eine reduzierte Datenbasis für den Preis hin.

Stärken und Schwächen nach Fahrbahn

Die Gesamtnote setzt sich seit 2023 zu 70 Prozent aus der Fahrsicherheit und zu 30 Prozent aus der Umweltbilanz zusammen. Innerhalb der Fahrsicherheit zählt beim Winterreifen die trockene Fahrbahn 30 Prozent, die nasse 40 Prozent und die winterliche Fahrbahn (Schnee und Eis zusammen) 30 Prozent. Die Umweltbilanz fasst Laufleistung, Abrieb, Effizienz mit Gewicht und Kraftstoffverbrauch, Geräusch und Nachhaltigkeit zusammen. Die folgende Übersicht zeigt die Teilnoten von den Detailseiten des ADAC:

ReifenFahrsicherheittrockennasswinterlichUmweltbilanz
Continental WinterContact TS 8701,82,01,91,62,3
Goodyear UltraGrip Performance 32,22,52,22,02,1
Michelin Alpin 62,42,52,52,02,0
Hankook Winter i*cept RS32,82,32,82,12,0
Dunlop Winter Sport 52,82,82,51,72,2
Nokian Tyres Snowproof 22,72,62,42,72,9
Falken Eurowinter HS022,91,92,52,92,6
Zeetex WH 10003,73,63,73,42,6
GT Radial WinterPro2 Evo3,73,73,22,63,0
Vredestein Wintrac3,83,82,61,93,3
Pirelli Cinturato Winter 23,93,92,51,73,2
Winrun Winter-max A1 WR225,52,55,52,12,7

Auffällig: Die beste Trockennote hat nicht der Testsieger, sondern der Falken Eurowinter HS02 mit 1,9. Umgekehrt holt der Pirelli Cinturato Winter 2 auf winterlicher Fahrbahn eine 1,7 und landet trotzdem auf dem vorletzten Platz. Die beste Umweltbilanz teilen sich Hankook und Michelin mit je 2,0.

Warum gute Winternoten allein nicht reichen

Der ADAC rechnet Schwächen nicht einfach mit Stärken auf. Liegt ein Reifen in einer der Kategorien trocken, nass oder winterlich bei 2,6 oder schlechter, gilt die schlechteste dieser Noten für die gesamte Fahrsicherheit. Erreicht die Fahrsicherheit oder die Umweltbilanz 3,6 oder schlechter, bestimmt diese Note das Endurteil. So soll verhindert werden, dass ein unausgewogener Reifen durch eine Paradedisziplin nach vorne rutscht.

Der ADAC begründet diese Strenge damit, dass man in Deutschland auch im Winter überwiegend auf trockener oder nasser Straße unterwegs ist. Gute Schneewerte gleichen eine Schwäche auf trockenem Asphalt deshalb nicht aus.

ADAC-Winterreifentest 2024, Größe 205/55 R 16 H: alle 12 Reifen in der ADAC-Reihenfolge
PlatzReifenPreis in EuroADAC-GesamtnoteUrteil
1Continental WinterContact TS 8701282,0gut
2Goodyear UltraGrip Performance 31262,2gut
3Michelin Alpin 61402,3gut
4Hankook Winter i*cept RS31032,6befriedigend
5Dunlop Winter Sport 51152,6befriedigend
6Nokian Tyres Snowproof 21082,8befriedigend
7Falken Eurowinter HS021002,8befriedigend
8Zeetex WH 1000663,7ausreichend
9GT Radial WinterPro2 Evo923,7ausreichend
10Vredestein Wintrac1093,8ausreichend
11Pirelli Cinturato Winter 21213,9ausreichend
12Winrun Winter-max A1 WR22805,5mangelhaft

Winrun Winter-max A1 WR22: mangelhaft wegen Nässe

Auf den ersten Blick wirkt der Winrun ordentlich: Auf trockener (2,5) und winterlicher Fahrbahn (2,1) vergeben die Tester gute Noten. Auf nasser Straße bricht er dagegen ein. In Kurven neigt er früh zum Unter- und Übersteuern, und beim Nassbremsen aus 80 km/h ist das Testauto mit ihm noch knapp 30 km/h schnell, wenn es mit Goodyear und Pirelli bereits steht.

Die Messwerte auf nassem Asphalt: 40,7 Meter Bremsweg beim Winrun, 35,1 Meter beim Continental. Das Ergebnis ist die Abwertung auf 5,5 und damit mangelhaft. Der niedrige Preis von 80 Euro (reduzierte Datenbasis) gleicht das aus Sicht aller drei Clubs nicht aus: Der ÖAMTC rät, komplett die Finger von diesem Reifen zu lassen, der TCS rät vom Kauf ab.

Befriedigende Alternativen: Hankook, Dunlop, Nokian, Falken

Vier weitere Reifen sind nach ADAC-Einschätzung eine Kaufempfehlung. Sie liegen mit 2,6 und 2,8 im oberen Bereich von befriedigend, haben aber jeweils ein eigenes Profil:

Wer viel fährt und selten Schnee sieht, findet beim Hankook die höhere Laufleistung, wer regelmäßig in verschneite Regionen fährt, beim Dunlop die bessere Winternote. Der ADAC selbst betont, dass bei der Wahl eine gute Testnote den Ausschlag geben sollte und nicht die Laufleistung allein.

Was sagen ÖAMTC, TCS, Stiftung Warentest und AUTO BILD?

ÖAMTC und TCS: Der Test ist ein Gemeinschaftstest. Der ÖAMTC schreibt, er habe mit seinen Partnerorganisationen 2024 insgesamt 28 Modelle in zwei Dimensionen untersucht, der TCS nennt ebenfalls 28 Reifen in 205/55 R16 91H und 215/55 R17 98V (Ergebnisse der zweiten Größe: Winterreifen 215/55 R17 im Test). Die Noten in der ÖAMTC-Tabelle sind dieselben wie beim ADAC, nur die Bezeichnungen der hinteren Stufen unterscheiden sich: Statt ausreichend und mangelhaft heißt es in Österreich genügend und nicht genügend, der Winrun ist dort nicht genügend. Der TCS stuft Continental, Goodyear und Michelin als sehr empfehlenswert ein und empfiehlt generell nur Reifen, die mindestens empfehlenswert abschneiden. Der ÖAMTC weist außerdem darauf hin, dass die Clubtests strenger sind als die Zulassungsnormen, schwach getestete Reifen also trotzdem im Handel erhältlich sind.

Stiftung Warentest: test.de fasst die ADAC-Ergebnisse zusammen und nennt für 2024 zwölf Reifen in 205/55 R16 für die untere Mittelklasse. Ein eigenes Testfeld von Stiftung Warentest ist das nicht.

AUTO BILD (Test 2024): Die Zeitschrift hat eigenständig getestet, mit 53 Kandidaten zu Beginn und einem Finale der besten 20. Auch dort ist der Continental WinterContact TS870 Testsieger. Der Hankook Winter i*cept RS3 erhält bei AUTO BILD die Note 2,0, der Michelin Alpin 6 die Gesamtnote 1,6. Beim ADAC schneiden beide schwächer ab (2,6 und 2,3). Methode, Gewichtung und Notenskala der beiden Tests sind verschieden, die Noten lassen sich daher nicht direkt vergleichen.

Passt 205/55 R16 auf Ihr Auto? So lesen Sie die Größe

Der ADAC ordnet die Größe der Kompaktklasse zu und nennt unter anderem Alfa Romeo Giulietta, Audi A3, BMW 1er, Ford Focus, Dacia Sandero, Mercedes A-Klasse, Opel Astra, Renault Mégane und Scénic, Toyota Corolla, Škoda Octavia und VW Golf. Verbindlich sind aber die Einträge in den Zeilen 15.1 und 15.2 der Zulassungsbescheinigung Teil I und weitere Größen im CoC-Dokument.

Die Testreifen waren in 91 H ausgeführt. Ein höherer Lastindex oder Geschwindigkeitsindex als im Fahrzeugschein ist erlaubt. Bei Winterreifen darf der Speed-Index sogar unter der Höchstgeschwindigkeit des Autos liegen, wenn ein Aufkleber im Blickfeld oder eine Anzeige im Fahrzeug auf die zulässige Reifengeschwindigkeit hinweist (§ 36 Abs. 5 StVZO). Wie sich andere Größen auf Abrollumfang und Tacho auswirken, zeigt unser Reifengrößen-Rechner.

Alpine-Symbol, Reifenalter und spätere Tests

Seit dem 1. Oktober 2024 gelten Reifen mit bloßer M+S-Kennzeichnung nicht mehr als wintertauglich, verlangt wird das Alpine-Symbol mit Berg und Schneeflocke. Wer ohne dieses Symbol auf Schnee unterwegs ist, muss laut ADAC mit 75 Euro Bußgeld und einem Punkt rechnen. Die Details erklärt unser Beitrag zur Winterreifenpflicht.

Nach ADAC-Messungen lassen die Wintereigenschaften nach sechs Jahren merklich nach, spätestens nach acht Jahren sollten Winterreifen ersetzt werden. Das Herstellungsdatum steht in der DOT-Nummer. Gesetzlich reichen 1,6 Millimeter Profil, der TCS empfiehlt bei Winterreifen mindestens 4 Millimeter (mehr dazu unter Profiltiefe bei Winterreifen).

Im ADAC-Test 2026 der Größe 225/50 R17 traten bereits der Michelin Alpin 7 und der Pirelli Cinturato Winter 3 an, der Pirelli gewann dort mit 2,2 (siehe Winterreifen 225/50 R17 im Test). In 205/55 R16 hat der ADAC diese Modelle nicht geprüft, die Ergebnisse oben gelten nur für Alpin 6 und Cinturato Winter 2. Eine größenübergreifende Übersicht finden Sie bei den besten Winterreifen 2026, Termine und Ablauf beim Winterreifen-Wechsel.

Alle Noten und Preise stammen aus dem ADAC-Winterreifentest vom 24.09.2024 (Stand der Quellen: September 2026); aktuelle Ladenpreise können abweichen.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Winterreifen 205/55 R16 ist ADAC-Testsieger?

Der Continental WinterContact TS 870 mit der Gesamtnote 2,0 im ADAC-Winterreifentest 2024. Er hat die beste Fahrsicherheitsnote im Feld (1,8).

Wie viele Reifen haben im Test 205/55 R16 mit gut abgeschnitten?

Drei von zwölf: Continental WinterContact TS 870 (2,0), Goodyear UltraGrip Performance 3 (2,2) und Michelin Alpin 6 (2,3). Vier Reifen sind befriedigend, vier ausreichend und einer mangelhaft.

Von welchen Winterreifen 205/55 R16 rät der ADAC ab?

Keine Kaufempfehlung gibt es für die ausreichend bewerteten Zeetex WH 1000, GT Radial WinterPro2 Evo, Vredestein Wintrac und Pirelli Cinturato Winter 2 sowie für den mangelhaften Winrun Winter-max A1 WR22.

Gibt es einen günstigen Winterreifen 205/55 R16 mit ordentlicher Note?

Im ADAC-Preisvergleich kosten der Falken Eurowinter HS02 100 Euro (Note 2,8) und der Hankook Winter i*cept RS3 103 Euro (Note 2,6). Beide sind befriedigend und laut ADAC eine Kaufempfehlung.

Ist der ADAC-Test von 2024 noch aussagekräftig?

Die Noten gelten für die Reifen, die der ADAC 2024 im freien Handel gekauft und geprüft hat. Modelle wie Michelin Alpin 7 oder Pirelli Cinturato Winter 3 hat der ADAC in dieser Größe nicht getestet.

Darf ich statt 91 H auch 91 V fahren?

Ja, ein Reifen mit höherem Geschwindigkeitsindex als eingetragen ist laut ADAC erlaubt. V steht für 240 km/h, H für 210 km/h.

Quellen

Stand: September 2026. Preise und Bedingungen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben der Anbieter.