All-Terrain-Reifen im Test: Alle ADAC-Ergebnisse 2025

Der ADAC hat im Frühjahr 2025 acht All-Terrain-Reifen der Größe 225/65 R17 getestet. Testsieger ist der Yokohama Geolandar A/T G015 mit der Gesamtnote 2,9. Vier Reifen erreichten ein befriedigendes Gesamturteil, vier wurden abgewertet. Als empfehlenswert stufte der ADAC keinen der getesteten AT-Reifen ein: Der Referenz-Ganzjahresreifen Pirelli Cinturato SF3 schnitt mit der Note 2,1 deutlich besser ab.

Alle Ergebnisse im Überblick

Die Tabelle zeigt alle acht getesteten All-Terrain-Reifen in der Reihenfolge des ADAC. Als Referenz lief der Ganzjahresreifen Pirelli Cinturato SF3 bei allen Testszenarien mit und erreichte die Gesamtnote 2,1. Der Referenzreifen ist kein AT-Reifen und dient ausschließlich als Vergleichsmaßstab.

Das ADAC-Notensystem reicht von 0,6 (sehr gut) bis 5,5 (mangelhaft). Erreicht ein Reifen in einer Einzelkategorie eine Note schlechter als 3,5, wird die Gesamtnote abgewertet. Vier der acht AT-Reifen sind von dieser Abwertung betroffen: Pirelli Scorpion A/T+, Toyo Open Country A/T III, Bridgestone A/T002 und BF Goodrich Trail Terrain T/A.

Die Ergebnisse wurden auch vom ÖAMTC und vom TCS veröffentlicht. Der ÖAMTC beschreibt den Test als Prüfung des Mobilitätsclubs und seiner Partnerorganisationen. Die Testkriterien umfassten Fahrverhalten auf trockener und nasser Fahrbahn, Schneefahreigenschaften sowie Traktion auf Schotter. Die Gewichtung legt den Schwerpunkt auf das Verhalten auf befestigten Straßen, da AT-Reifen in Europa den größten Teil ihres Einsatzes auf Asphalt verbringen.

Testsieger: Yokohama Geolandar A/T G015

Der Yokohama Geolandar A/T G015 erreichte mit der Gesamtnote 2,9 das beste Ergebnis unter den AT-Reifen. Auf Schnee erzielte er die Note 2,4 und lag damit fast auf dem Niveau des Referenz-Ganzjahresreifens. Auf trockener Fahrbahn kam er auf 2,9, auf nasser Fahrbahn auf 3,3.

Mit einem Preis von 93 Euro pro Reifen war der Yokohama zugleich das günstigste Modell im Testfeld. Der ADAC bewertet ihn als befriedigend und sieht in ihm die beste Wahl unter den AT-Reifen.

Trotz der Spitzenposition liegt der Yokohama fast eine gesamte Note hinter dem Referenz-Ganzjahresreifen mit seiner 2,1. Wer auf einen AT-Reifen angewiesen ist, findet im Yokohama den besten Kompromiss, sollte sich aber des Sicherheitsverlusts bewusst sein.

Die drei weiteren Reifen mit befriedigender Gesamtnote (Falken Wildpeak A/T AT3WA mit 3,1, General Tire Grabber AT3 mit 3,2 und Matador MP72 Izzarda A/T2 mit 3,2) zeigen ausgewogen verteilte Stärken und Schwächen. Der Falken erzielte die beste Nassnote unter den AT-Reifen (3,0), der General Tire überzeugte im Schnee (2,7), und der Matador führte auf Schotter (1,7).

Bremsweg auf nasser Fahrbahn

Die größte Schwäche der All-Terrain-Reifen zeigte sich beim Bremsen auf nassem Asphalt. Der schlechteste Reifen im Test, der BF Goodrich Trail Terrain T/A, benötigte bei einer Vollbremsung aus 80 km/h einen Bremsweg von 48,8 Metern. Der ÖAMTC beziffert den Unterschied zum Referenzreifen auf 15 Meter.

Selbst der beste AT-Reifen in dieser Disziplin, der Falken Wildpeak A/T AT3WA, verursachte laut ADAC mit knapp 40 Metern einen sechs Meter längeren Bremsweg als der Referenzreifen. Sechs Meter entsprechen ungefähr der Länge eines Campervans.

Auch auf dem bewässerten Handlingkurs schnitten die AT-Reifen schwächer ab als der Ganzjahresreifen. Der ADAC stellte teils heikles Fahrverhalten fest: Beim Pirelli Scorpion A/T+ etwa zeigte sich eine ausgeprägte Tendenz zum Übersteuern. Der BF Goodrich Trail Terrain T/A fiel mit der Nassnote 5,4 als einziger Reifen mit dem Urteil mangelhaft durch.

ADAC All-Terrain-Reifentest 2025: Ergebnisse in 225/65 R17
PlatzReifenPreis in EuroADAC-GesamtnoteUrteil
1Yokohama Geolandar A/T G015932,9befriedigend
2Falken Wildpeak A/T AT3WA1183,1befriedigend
3General Tire Grabber AT31283,2befriedigend
4Matador MP72 Izzarda A/T21103,2befriedigend
5Pirelli Scorpion A/T+1393,8 (abgewertet)ausreichend
6Toyo Open Country A/T III1183,8 (abgewertet)ausreichend
7Bridgestone Dueler A/T0021434,2 (abgewertet)ausreichend
8BF Goodrich Trail Terrain T/A1875,4 (abgewertet)mangelhaft

Schneeeigenschaften der AT-Reifen

Alle getesteten AT-Reifen tragen das Schneeflockensymbol (3PMSF) auf der Flanke und sind damit für winterliche Bedingungen zugelassen. Die Schneenoten im Testfeld unterscheiden sich allerdings erheblich.

Während der Bridgestone A/T002 nur auf eine Schneenote von 4,2 kommt, erweist sich der Yokohama laut ADAC als Winterexperte und liegt mit einer Note von 2,4 fast auf dem Niveau des Ganzjahresreifens. Auch der BF Goodrich erreichte im Schnee mit 2,6 ein deutlich besseres Ergebnis als auf nasser Fahrbahn.

Für den Wintereinsatz in Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht: Bei winterlichen Straßenverhältnissen sind Reifen mit dem Schneeflockensymbol vorgeschrieben. Alle acht getesteten AT-Reifen erfüllen diese Vorgabe. AT-Reifen erfüllen diese Anforderung grundsätzlich, bieten aber auf Eis und nassem Asphalt weniger Sicherheit als Winterreifen oder gute Ganzjahresreifen.

Leistung auf Schotter und Schlamm

Auf einem Schotterparcours setzte sich der Matador MP72 Izzarda A/T2 mit der Bestnote 1,7 in Szene: So zügig wie mit dem Matador konnte der Testwagen laut ADAC mit keinem anderen Reifen beschleunigen. Allerdings kommt auf dem zweiten Platz dann schon der Referenz-Ganzjahresreifen, mit dem man auf Schotterstraßen keineswegs schlechter unterwegs ist.

Auf einer bewässerten Wiese prüfte der ADAC, ob AT-Reifen beim Verlassen matschiger Campingplätze einen Vorteil bieten. Das Ergebnis war ernüchternd: Die Traktion der All-Terrain-Reifen war nicht merklich besser als die des Ganzjahresreifens. Viel entscheidender war laut ADAC, ob das Testfahrzeug über Allradantrieb oder eine Differentialsperre verfügte.

Gegenüber reinen Sommerreifen zeigten die AT-Reifen und auch der Ganzjahresreifen auf Schlamm und Schotter Vorteile, da ihre Profile winterlicher ausgelegt sind. Nach dem extremen Schottertest zeigte sich zudem, dass die grobstolligen AT-Reifen die Belastung besser verkrafteten als der Ganzjahresreifen, der bereits Stücke seines Profils verloren hatte. Zumindest unter extremen Geländebedingungen bieten AT-Reifen also einen Haltbarkeitsvorteil.

Ganzjahresreifen als Alternative

Das Fazit des ADAC fällt deutlich aus: Die Nutzung von AT-Reifen bedeutet einen merklichen Verlust an Fahrsicherheit im Vergleich zu einem Pkw-Reifen. Wer gelegentlich abseits befestigter Straßen fährt, kommt laut ADAC auf üblichen Schotterwegen und Wiesen mit einem Ganzjahresreifen überraschend gut voran.

Für schwere Campingfahrzeuge, die aufgrund der hohen geforderten Traglasten keine normalen Pkw-Reifen nutzen können, empfiehlt der ADAC den Blick auf C- beziehungsweise CP-Reifen, die es ebenfalls mit Ganzjahresfreigabe gibt.

Wer mehr Traktion braucht, kann den weitaus größten Effekt durch die Wahl eines allradgetriebenen Fahrzeugs erzielen. Auch ein Sperrdifferential steigert die Traktion auf rutschigem Untergrund deutlich. Empfehlenswerte Ganzjahresreifen verschiedener Größen finden Sie in unseren Reifentests, etwa für die Größen 205/55 R16 oder 225/45 R17.

Reifenbezeichnung 225/65 R17 lesen

Die im Test geprüfte Dimension 225/65 R17 106 V lässt sich wie folgt entschlüsseln: 225 steht für die Reifenbreite in Millimetern, 65 für das Verhältnis von Flankenhöhe zu Breite in Prozent (Querschnittsverhältnis). Der Buchstabe R kennzeichnet die Radialbauweise, 17 gibt den Felgendurchmesser in Zoll an.

Der Lastindex 106 entspricht einer Tragfähigkeit von 950 Kilogramm pro Reifen. Der Geschwindigkeitsindex V erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Diese Angaben finden sich auf der Reifenflanke zusammen mit dem DOT-Code, der Auskunft über das Reifenalter gibt.

Die Größe 225/65 R17 passt unter anderem auf den VW T5, T6 und T7, den Ford Transit Custom sowie zahlreiche SUV-Modelle. Der VW Bus gilt als Camping-Klassiker und war laut ADAC ein Grund für die Wahl dieser Testdimension. Hinweise zur passenden Reifengröße für Ihr Fahrzeug liefert unser Ratgeber zur Reifengrößenberechnung.

Fazit und Tipps des ADAC

Keiner der acht getesteten All-Terrain-Reifen erhielt eine Empfehlung. Die vier Reifen mit befriedigender Gesamtnote (Yokohama, Falken, General Tire, Matador) bieten zumindest ausgewogen verteilte Stärken und Schwächen. Die vier abgewerteten Modelle zeigen dagegen deutliche Schwächen in einzelnen Kategorien.

Wer dennoch AT-Reifen nutzen möchte, sollte den Sicherheitsverlust auf nasser Fahrbahn einplanen und den Fahrstil anpassen. Der ADAC rät, den Reifenzustand regelmäßig zu prüfen. Hinweise zur Mindestprofiltiefe und zur fachgerechten Einlagerung finden Sie in unseren Ratgebern.

Die Tests fanden auf verschiedenen Geländen statt: trockene und nasse Fahrbahn auf dem Contidrom (Continental) und der EUPG (Bridgestone), Schneetests im Test World Ivalo (Finnland) und Schottertests auf der EUPG. Pro Reifentyp und Disziplin wurden mehrere Durchgänge mit jeweils mehreren Messfahrten ausgewertet.

Die Testdaten stammen vom Mai 2025. Neue Modelle oder aktualisierte Versionen der getesteten Reifen können abweichende Ergebnisse erzielen.

Alle Noten und Preise stammen aus dem ADAC-Reifentest vom Mai 2025 in der Dimension 225/65 R17.

Häufig gestellte Fragen

Welcher All-Terrain-Reifen ist Testsieger im ADAC-Test?

Der Yokohama Geolandar A/T G015 erreichte mit der Gesamtnote 2,9 den ersten Platz unter den acht getesteten AT-Reifen. Er zeigte besonders auf Schnee gute Leistungen mit der Note 2,4.

Sind All-Terrain-Reifen im Winter erlaubt?

Ja, alle getesteten AT-Reifen tragen das Schneeflockensymbol und dürfen bei winterlichen Straßenverhältnissen gefahren werden. Ihre Leistung auf nassem und vereistem Asphalt liegt aber deutlich unter der von Ganzjahres- oder Winterreifen.

Warum schneiden AT-Reifen auf nasser Fahrbahn schlecht ab?

Das grobstollige Profil der AT-Reifen bietet auf nassem Asphalt weniger Kontaktfläche und somit weniger Grip. Beim schlechtesten Modell im Test betrug der Bremsweg aus 80 km/h 48,8 Meter, rund 15 Meter mehr als beim Referenzreifen.

Gibt es empfehlenswerte All-Terrain-Reifen?

Im ADAC-Test 2025 erhielt kein AT-Reifen die Bewertung empfehlenswert. Die vier Modelle mit befriedigender Note (Yokohama, Falken, General Tire, Matador) stellen die beste Wahl unter den AT-Reifen dar.

Welche Reifengröße wurde im ADAC-Test geprüft?

Der ADAC testete die Dimension 225/65 R17 106 V. Diese Größe passt unter anderem auf den VW T5, T6 und T7 sowie auf zahlreiche SUV-Modelle.

Lohnen sich AT-Reifen für Wohnmobile und Camper?

Für schwere Campingfahrzeuge mit hohen Traglasten empfiehlt der ADAC eher C- oder CP-Reifen mit Ganzjahresfreigabe. Auf Schotter und Schlamm boten die AT-Reifen im Test keinen klaren Vorteil gegenüber dem Ganzjahresreifen.

Quellen

Stand: September 2026. Preise und Bedingungen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben der Anbieter.