Ladekabel Typ 2 im Test: 8 Kabel im TCS-Vergleich

Der Touring Club Schweiz (TCS) hat acht Typ-2-Ladekabel von Keba, EM2GO, Phoenix Contact, Roline, Harting, LogiLink, Lapp Mobility und Feyree getestet. Sechs Kabel erhielten die Bewertung 'sehr empfehlenswert', Keba erreichte mit 74 Prozent das beste Ergebnis. Bei der Ladeeffizienz gab es weniger als 1 Prozent Unterschied zwischen den Produkten. Die Preise der empfohlenen Kabel liegen laut ADAC zwischen 143 und 246 Euro.

Was hat der TCS bei Typ-2-Ladekabeln getestet?

Der Touring Club Schweiz (TCS) hat acht Typ-2-Ladekabel verschiedener Hersteller in einem Vergleichstest untersucht. Die Bewertung erfolgte anhand von drei Kriterien: Ladeeffizienz (Gewichtung 25 Prozent), Handhabung (50 Prozent) und Lieferumfang (25 Prozent). Die Handhabung macht also die Hälfte der Gesamtbewertung aus.

Für die Messung der Ladeeffizienz führte der TCS mit jedem Kabel einen definierten Ladeprozess an einem Tesla Model 3 Dual Motor durch. Dabei wurden sowohl der Wirkungsgrad als auch die Temperatur der Kabel während des Ladens erfasst. Die Handhabung bewerteten zwei Experten nach dem Vier-Augen-Prinzip: Materialqualität der Stecker, benötigte Zeit zum Verstauen im Kofferraum und allgemeine Bedienbarkeit flossen in die Note ein.

Aufgenommen wurden Kabel mit einer Mindestlänge von 5 Metern, einer Ladeleistung von mindestens 11 kW und einem Preis zwischen 75 und 350 Schweizer Franken. Der ADAC hat die Ergebnisse am 07.08.2025 für deutsche Leser aufbereitet und Euro-Preise angegeben.

Testergebnisse: Sechs von acht Kabeln sehr empfehlenswert

Das Ergebnis des TCS-Tests fällt insgesamt positiv aus. Sechs der acht getesteten Kabel erhielten die Bewertung 'sehr empfehlenswert', ein Kabel wurde als 'empfehlenswert' eingestuft. Das Kabel von Feyree erhielt die Bewertung 'nicht empfehlenswert' mit 0 Prozent. Als Negativpunkte nennt die TCS-Ergebnisübersicht nicht passende Anschlüsse und eine nur einphasige Ausführung, die maximale Ladeleistung liegt bei 3,5 kW. In der Ergebnistabelle des ADAC taucht das Kabel nicht auf.

Das beste Ergebnis erzielte das Kabel von Keba mit 74 Prozent. Auf den Plätzen folgen EM2GO (70 Prozent), Phoenix Contact (69 Prozent), Roline und Harting (jeweils 67 Prozent) sowie LogiLink (64 Prozent). Das Kabel von Lapp Mobility schloss mit 55 Prozent als 'empfehlenswert' ab. Die Preise der empfehlenswerten Kabel lagen laut ADAC zwischen 143 und 246 Euro.

Die vollständige Ergebnisübersicht finden Sie in der Tabelle oben. Keba erhielt in der Handhabung 90 Prozent, das zweitbeste Ergebnis nach Harting. Mit 299 Franken war es in der Schweizer Preiserhebung des TCS das teuerste Kabel, in der Euro-Übersicht des ADAC ist es mit 160 Euro das zweitgünstigste. Wer ein möglichst langes Kabel braucht, dem empfiehlt der TCS die Produkte von EM2GO (8 Meter) und LogiLink (10 Meter). Phoenix Contact lag laut TCS zusammen mit Keba bei der Verarbeitung der Stecker vorn und erreichte mit 69 Prozent den dritten Platz.

Ladeeffizienz: Weniger als 1 Prozent Unterschied

Bei der Ladeeffizienz gab es laut TCS keine erwähnenswerten Unterschiede zwischen den getesteten Kabeln. Die Differenz zwischen dem besten und dem schlechtesten Kabel lag bei weniger als 1 Prozent und ist damit vernachlässigbar. Sobald ein Kabel die erforderlichen Zertifizierungen gemäß Norm erfüllt, überträgt es den Strom praktisch gleich effizient. Das bedeutet: Die Ladeeffizienz sollte bei der Kaufentscheidung keine Rolle spielen. Andere Kriterien wie Handhabung, Kabellänge und Lieferumfang sind für den Alltag deutlich relevanter.

Unterschiede zeigten sich allerdings bei der Temperatur während des Ladevorgangs. Die beiden Spiralkabel von Roline und Harting erreichten 34 beziehungsweise 37 Grad Celsius, während die übrigen Kabel maximal 28 Grad warm wurden. Die höhere Temperatur der Spiralkabel entsteht durch einen Induktionseffekt, der ihrer aufgewickelten Bauform geschuldet ist. Laut TCS sind 37 Grad zwar spürbar beim Anfassen, stellen aber kein Sicherheitsrisiko dar.

TCS-Testergebnisse: Typ-2-Ladekabel im Vergleich (Preise laut ADAC in Euro, technische Daten laut TCS/ADAC)
MarkeBewertung (TCS)PunktePreis (EUR)LängeLadeleistung
KebaSehr empfehlenswert74 %1606 m11 kW, 16 A
EM2GOSehr empfehlenswert70 %1998 m22 kW, 32 A
Phoenix ContactSehr empfehlenswert69 %2427,5 m26,6 kW, 32 A
Roline (Spiralkabel)Sehr empfehlenswert67 %1827,5 m11 kW, 16 A
Harting (Spiralkabel)Sehr empfehlenswert67 %2465 m11 kW, 20 A
LogiLinkSehr empfehlenswert64 %20710 m22 kW, 32 A
Lapp MobilityEmpfehlenswert55 %1435 m22 kW, 32 A
FeyreeNicht empfehlenswert0 %k. A.5 m3,5 kW, 16 A

Handhabung: Spiralkabel vs. glattes Kabel

Die Handhabung floss mit 50 Prozent am stärksten in die Gesamtbewertung ein. Spiralkabel sind laut TCS deutlich handlicher als lange und dicke glatte Kabel, weil sie sich von selbst zusammenziehen und nicht per Hand aufgerollt werden müssen. Beim Verstauen im Kofferraum trennten nur wenige Sekunden die Produkte voneinander.

Bei der Qualität der Stecker waren laut TCS die Kabel von Phoenix Contact, Harting und Keba besser als die Konkurrenz: Ihre Stecker sind ergonomisch geformt und liegen sehr gut in der Hand. Die Stecker des EM2GO-Kabels bestehen aus schwarzem Glanzmaterial und bekommen schnell Kratzer.

Beim Harting-Kabel stellte der TCS fest, dass es sich auf eine Länge von bis zu 7 Metern ausziehen lässt, obwohl der Hersteller nur 5 Meter angibt. Umgekehrt verhält es sich beim Roline-Kabel: Der Hersteller gibt 7,5 Meter an, doch bei mehr als 5 Metern wirkt laut TCS eine zu starke Kraft auf den Stecker.

Ein Schwachpunkt zeigte sich bei den Schutzkappen von Roline und LogiLink. Beide Hersteller verwenden einen dünnen Draht zur Befestigung, der bei leichtem Ziehen gerissen ist. Bei allen anderen Herstellern funktioniert die Befestigung der Kappen besser.

Lieferumfang und Zubehör im Vergleich

Tragetaschen lagen den Kabeln von EM2GO, Roline, LogiLink und Feyree bei. Die Tasche von EM2GO fiel allerdings zu klein aus: Das Kabel lässt sich nur sehr genau aufgerollt darin verstauen. Die Taschen der anderen drei Hersteller bieten genügend Platz und sind qualitativ gut verarbeitet.

Schutzkappen schützen die Stecker vor Feuchtigkeit und Schmutz, was die Lebensdauer des Kabels verlängert. Zwei Schutzkappen liegen bei allen Kabeln bei, außer bei Harting und Lapp Mobility, die laut TCS-Übersicht nur eine Schutzkappe mitliefern. Der TCS wertet das als Nachteil. Ein Klettband zum Fixieren des aufgerollten Kabels liefert ausschließlich EM2GO mit. Ein solches Band kostet wenig, verbessert die Handhabung beim Verstauen aber spürbar.

Bei den Bedienungsanleitungen fiel auf, dass Feyree einen QR-Code beilegt, der nur zur Hersteller-Homepage führt, statt eine Anleitung zu öffnen. Lapp Mobility setzt auf eine reine Bilderanleitung ohne Text, die ihren Zweck aber erfüllt. Phoenix Contact und Harting liefern Anleitungen in allen gängigen europäischen Sprachen mit.

Typ 2, Mode 3, 11 kW oder 22 kW: Das passende Kabel finden

Der Typ-2-Stecker ist seit 2013 Standard in der EU und bietet Platz für drei Stromleiter. An einer Wallbox oder an öffentlichen AC-Ladesäulen sind damit Ladeleistungen bis maximal 22 kW (400 V, 32 A) möglich. Das dazugehörige Kabel wird als Mode-3-Ladekabel bezeichnet.

Davon zu unterscheiden ist das Mode-2-Ladekabel für die herkömmliche Haushaltssteckdose. Da normale Steckdosen nicht für dauerhaft hohe Leistung ausgelegt sind, sollte Mode-2-Laden nur im Ausnahmefall erfolgen. Für den Alltag ist eine Wallbox oder eine öffentliche Ladesäule die bessere Wahl. Das kostengünstigste und sinnvollste Laden im Alltag findet laut ADAC an der Wallbox zu Hause oder beim Arbeitgeber statt. Ein eigenes Mode-3-Kabel brauchen Sie dort nur, wenn die Wallbox kein fest installiertes Kabel hat.

Typ-2-Ladekabel gibt es in einphasiger und dreiphasiger Ausführung. Der ADAC empfiehlt, grundsätzlich ein dreiphasiges Kabel zu kaufen. Es bleibt damit auch bei einem späteren Fahrzeugwechsel nutzbar. Bei der Stromstärke stehen 16, 20 oder 32 Ampere zur Wahl. Höhere Amperezahlen bedeuten mehr Ladeleistung, aber auch dickere, schwerere und teurere Kabel. Wer ein E-Auto mit einphasigem Bordladegerät fährt, dem reicht laut ADAC zumindest zunächst ein einphasiges Ladekabel. Dreiphasige Kabel mit 16 Ampere sind für 11 kW ausgelegt, mit 32 Ampere für 22 kW, wie die Angaben der getesteten Kabel zeigen.

Wer an Ladesäulen in der Nähe lädt, profitiert von einem längeren Kabel: Der ADAC empfiehlt sieben oder acht Meter, um auch bei ungünstig geparktem Fahrzeug die Ladesäule zu erreichen.

Kauftipps: Darauf sollten Sie achten

Der TCS gibt folgende Empfehlungen für den Kauf eines Typ-2-Ladekabels:

Unabhängig vom Kabel: Die laufenden Kosten hängen laut TCS-Messung kaum vom Kabel ab, der Unterschied bei der Ladeeffizienz lag unter 1 Prozent. Entscheidend sind der Strompreis zu Hause und der Tarif an der Ladesäule, vergleichen Sie deshalb auch die Ladekarten und Ladetarife.

Die Testergebnisse stammen vom TCS (Ergebnisübersicht © 2024), die Euro-Preise aus dem ADAC-Bericht vom 07.08.2025. Preise und Verfügbarkeit können sich seitdem verändert haben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Mode-3-Ladekabel?

Ein Mode-3-Ladekabel verbindet Ihr Elektroauto mit einer Wallbox oder einer öffentlichen AC-Ladesäule. Es hat auf beiden Seiten einen Typ-2-Stecker und ist für Ladeleistungen bis 22 kW ausgelegt. Im Unterschied dazu nutzt ein Mode-2-Kabel eine herkömmliche Haushaltssteckdose und sollte nur im Notfall verwendet werden.

Reicht ein Ladekabel mit 11 kW oder brauche ich 22 kW?

Das hängt vom Bordladegerät Ihres Fahrzeugs ab. Laut ADAC nutzen die Bordladegeräte von E-Autos an AC-Säulen meist nur 11 kW. Ein dreiphasiges Kabel mit 22 kW ist zukunftssicherer, weil es auch für Fahrzeuge mit höherer Ladeleistung funktioniert. Der ADAC empfiehlt grundsätzlich ein dreiphasiges Kabel.

Wie lang sollte ein Typ-2-Ladekabel sein?

Der ADAC empfiehlt ein Kabel von sieben oder acht Metern Länge, um auch bei ungünstig geparktem Fahrzeug die Ladesäule zu erreichen.

Sind Spiralkabel besser als glatte Ladekabel?

Spiralkabel sind handlicher und lassen sich schneller verstauen. Im TCS-Test wurden sie allerdings wärmer als glatte Kabel (bis zu 37 Grad Celsius gegenüber maximal 28 Grad). Die höhere Temperatur stellt laut TCS kein Sicherheitsrisiko dar. Die tatsächlich nutzbare Länge kann geringer sein als vom Hersteller angegeben.

Warum sind Schutzkappen am Ladekabel wichtig?

Schutzkappen verhindern, dass Feuchtigkeit und Schmutz in die Stecker eindringen. Das verlängert die Lebensdauer des Kabels. Im TCS-Test lieferten Harting und Lapp Mobility nur eine Schutzkappe mit, was negativ bewertet wurde.

Quellen

Stand: September 2026. Preise und Bedingungen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben der Anbieter.