Die QJ Motor SRV 300 ist 2026 eine der günstigsten neuen A2-Adventures im deutschen Markt. Mit einem 292 ccm Einzylinder, 27 PS, Bosch-ABS, TFT-Display und einem Listenpreis ab 3.999 Euro trifft sie direkt auf KTM 390 Duke, Honda CB300R und Suzuki GSX-S 250. Wir haben die SRV 300 über 400 km getestet und zeigen Licht und Schatten.
Technische Daten
Der 292 ccm Einzylinder leistet 20 kW (27 PS) bei 8.500 U/min und 25 Nm bei 6.500 U/min. Sechsganggetriebe, Kettenantrieb, Trockengewicht 145 kg, vollgetankt 160 kg. Tank 14 Liter, Sitzhöhe 810 mm.
Der Motor ist eng mit dem Benelli-TRK-251-Aggregat verwandt. Euro-5-konform, mit Einspritzung, Nasssumpfschmierung und ausgereifter Ventilsteuerung. Der erste Service steht nach 1.000 km an, danach alle 6.000 km.
Optik und Verarbeitung
Die SRV 300 sieht aus wie eine kleine Reiseenduro und kommt mit Adventure-Optik, hohem Lenker, schmalem Tank und leichtem Windschild. Für das Preisniveau wirkt die Verarbeitung solide, die Lackierung mehrschichtig und die Schweißnähte sauber.
Die Sitzbank ist zweiteilig, der Sitzkomfort für die Klasse gut. Fußrasten sind in moderater Höhe, der Lenker breit. Als Einsteigermotorrad ist die Ergonomie freundlich und verzeiht Fahranfängern kleine Fehler.
Motor und Fahrwerk
Der Einzylinder läuft kultiviert, der Drehzahlbereich ist gut nutzbar von 3.000 bis 8.000 U/min. 0-100 km/h in ca. 9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 145 km/h. Für Stadt und Landstraße völlig ausreichend, auf der Autobahn ist oberhalb 120 km/h der Komfortbereich erreicht.
Das Fahrwerk ist einfach, aber für die Klasse ordentlich. Konventionelle Telegabel vorn, Zentralfederbein hinten mit einstellbarer Vorspannung. Bremsen: 298-mm-Scheibe vorn mit Zweikolben-Sattel, ABS serienmäßig.
Elektronik und Display
Ein 5-Zoll-TFT-Display ist auch bei der SRV 300 Standard – ein Pluspunkt im Vergleich zur KTM 390 Duke (LCD). Smartphone-Koppelung, Navigation, Musik und Telefonie funktionieren stabil. LED-Beleuchtung serienmäßig.
Zwei Fahrmodi (Street und Rain), ABS nicht abschaltbar. Traktionskontrolle nicht verbaut – bei 27 PS auch nicht notwendig. USB-Ladebuchse serienmäßig, Tempomat optional.
Verbrauch
In der Praxis verbraucht die SRV 300 zwischen 3,1 und 3,8 l/100 km. Bei 14 Liter Tank ergeben sich 400-450 km reale Reichweite – deutlich mehr als die KTM 390 Duke (14 Liter, 3,8-4,2 l).
Für Pendler, die 30 km zur Arbeit fahren, reicht eine Tankfüllung bequem zwei Wochen. Die niedrigen Verbrauchswerte machen die SRV 300 zu einem der günstigsten Neumotorräder im Unterhalt.
Für wen geeignet?
Die SRV 300 eignet sich für A2-Führerscheinneulinge, Pendler, Wiedereinsteiger nach langer Pause und Budget-orientierte Fahrer. Mit 145 kg Trockengewicht ist sie leicht zu handhaben, mit 810 mm Sitzhöhe auch für kleinere Fahrer geeignet.
Nicht geeignet ist sie für Zwei-Personen-Tourenfahrt mit Gepäck (Motor zu schwach) oder echte Offroad-Einsätze (zu straßenorientiert). Für Stadt und gelegentliche Wochenendausflüge ist sie aber ein stimmiges Paket.
Alternativen
Direkte Konkurrenten: KTM 390 Duke (44 PS, 4.299 Euro), Honda CB300R (31 PS, 5.390 Euro), Yamaha MT-125 (15 PS, 4.595 Euro), Kawasaki Z400 (45 PS, 5.495 Euro). Die SRV 300 ist mit 3.999 Euro die günstigste und kommt mit TFT-Display serienmäßig.
Wer mehr Leistung und Markenstärke will, sollte 600-1.400 Euro mehr investieren. Wer das günstigste A2-fähige neue Motorrad mit Adventure-Optik sucht, findet in der SRV 300 einen klaren Kandidaten.
Fazit
Die SRV 300 ist nicht die sportlichste oder schnellste 300er 2026 – aber eine der günstigsten mit modernem Ausstattungspaket. Für Einsteiger und Pendler eine echte Empfehlung, wenn ein QJ-Händler in der Nähe ist.
Bei längeren Tourenplänen oder Zwei-Personen-Einsatz empfehlen wir eher die 450 MT (45 PS) oder gleich ein 500er Naked Bike.