Die QJ Motor SRT 750 ist 2026 das Tourer-Flaggschiff der chinesischen Marke in Deutschland. 754 ccm Reihenzweizylinder, 76 PS, 20-Liter-Tank, Tempomat, Heizgriffe, 5-Zoll-TFT – und ein Listenpreis von 7.999 Euro. Wir haben die SRT 750 über 1.200 km in zehn Tagen im Alpenraum und auf deutschen Autobahnen getestet.
Technische Daten SRT 750
Der Motor ist der bekannte 754 ccm Reihenzweizylinder, der auch die Benelli TRK 702 antreibt. 56 kW (76 PS) bei 8.000 U/min, 72 Nm Drehmoment bei 6.500 U/min. Sechsganggetriebe, Kettenantrieb, Euro-5. Trockengewicht 203 kg, vollgetankt 220 kg.
Der Tank fasst 20 Liter, was einer realen Reichweite von 400-450 km entspricht. Die Sitzhöhe liegt bei 830 mm, der Radstand beträgt 1.515 mm. Das ist ausgewogen für Kurven und Autobahn gleichermaßen.
Reiseeigenschaften
Die SRT 750 ist 2026 einer der besten Einstiegs-Tourer unter 8.000 Euro. Der Windschutz ist elektrisch verstellbar (200 mm Hub), die Sitzbank für Fahrer und Sozius komfortabel bis 400 km pro Etappe. Handprotektoren, Tempomat, Heizgriffe und USB-Anschluss sind serienmäßig.
Für Alpen-Pässe und lange Autobahnetappen liefert die SRT 750 ein stimmiges Paket. Die Motorcharakteristik ist drehfreudig, aber mit genug Drehmoment für volle Zuladung und zwei Personen.
Motor und Fahrwerk
Der Zweizylinder ist spürbar sanfter und kultivierter als der kleinere 480 ccm Motor der SRK 500. Ab 3.500 U/min läuft er seidig, die nutzbare Drehzahl liegt zwischen 3.500 und 9.000 U/min. 0 auf 100 km/h in ca. 4,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 195 km/h laut Tacho.
Das Fahrwerk ist für den Tourer-Einsatz optimiert: vorn 43 mm USD-Gabel einstellbar, hinten Zentralfederbein mit hydraulischer Vorspannung. Die Federungsabstimmung ist komfortorientiert, aber in Kurven stabil. Das Kurvenverhalten ist neutral und gut vorhersehbar.
Komfort und Ausstattung
Der Komfort für eine 8.000-Euro-Maschine ist beeindruckend. Elektrisch verstellbares Windschild, Tempomat, Heizgriffe, beheizte Sitze (optional 349 Euro), zentral verriegelbare Koffer (Paket 899 Euro). USB-Ladebuchse, Smartphone-Integration über TFT mit Kartenansicht.
Fahrmodi: Street, Sport, Rain, Tour. In Tour ist die Gasannahme gedämpft und die Federungshärte reduziert – ideal für lange Etappen mit Gepäck. Kurven-ABS (optional) und Traktionskontrolle (Serie ab Pro-Version) runden das Paket ab.
Verbrauch
Im Langzeit-Test über 1.200 km haben wir 4,8 l/100 km im Schnitt gemessen. Bei Alpenetappen mit vielen Schaltvorgängen 5,2 l, auf der Autobahn bei 130 km/h 5,0 l, auf entspannter Landstraße 4,3 l. Bei 20 Liter Tank ergibt das 400-450 km Reichweite.
Mit Gepäck und Sozius steigt der Verbrauch auf 5,2-5,5 l. Das ist für einen 75-PS-Tourer ein solider Wert und liegt im Bereich von Yamaha Tracer 7 (5,0 l) und Benelli TRK 702 (5,1 l).
Vergleich: SRT 750 vs Tracer 7 vs TRK 702
Yamaha Tracer 7 (73 PS, 689 ccm, 196 kg, 8.999 Euro) ist der etablierte Mittelklasse-Sport-Tourer. Benelli TRK 702 (76 PS, 754 ccm, 226 kg, 8.499 Euro) ist der Schwesterkonzern. SRT 750 (76 PS, 754 ccm, 220 kg, 7.999 Euro) ist die günstigste Alternative.
Die Tracer 7 ist leichter und spritziger, die TRK 702 komfortabler und mit größerem Tank. Die SRT 750 liegt in der Mitte, kostet aber 500-1.000 Euro weniger. Für preisbewusste Tourenfahrer ist sie das beste Paket – vorausgesetzt, der Händler ist erreichbar.
Langzeit und Service
Der erste Service nach 1.000 km kostet 180-240 Euro, die 6.000-km-Inspektion 240-320 Euro. Bei 12.000 km steht eine große Inspektion inkl. Bremsflüssigkeitswechsel und Ketten-Check an (320-480 Euro).
Ventilspiel-Check bei 24.000 km, Wechsel des Luftfilters alle 12.000 km. Die Wartungskosten über 4 Jahre und 40.000 km summieren sich auf rund 2.400-2.900 Euro – vergleichbar mit den japanischen Wettbewerbern.
Fazit: Der beste Tourer unter 8.000 €?
Für 7.999 Euro ist die SRT 750 ein komplettes Tourer-Paket mit Tempomat, Heizgriffen, großem Tank und bequemer Ergonomie. Wer einen ernsthaften Sport-Tourer im A-Klassen-Bereich sucht und Preis über Prestige stellt, findet in der SRT 750 eine sehr gute Wahl.
Wer maximale Markenstärke und das dichteste Händlernetz will, wählt weiterhin Yamaha Tracer 7 oder die aktuelle Honda NT1100 (deutlich teurer). Die SRT 750 positioniert sich als preiswerte Alternative mit echter Reisefähigkeit.