Die QJ Motor SRK 500 ist 2026 das meistverkaufte A2-Motorrad der Marke in Deutschland. Wir haben sie über 600 Test-Kilometer auf Landstraße, Autobahn und in der Stadt bewegt. In diesem Test schauen wir auf technische Daten, Fahreindruck, Verbrauch, Kritikpunkte und den Vergleich zur japanischen Konkurrenz (Yamaha MT-03, Kawasaki Z500, Honda CB500F).
Technische Daten im Überblick
Die SRK 500 nutzt einen 480 ccm Reihenzweizylinder mit 35 kW (48 PS) bei 8.500 U/min und 43 Nm bei 6.500 U/min. Sie ist ab Werk A2-tauglich und direkt in den Papieren so eingetragen. Das Gewicht vollgetankt liegt bei 186 kg, der Tank fasst 14 Liter, die Sitzhöhe beträgt 790 mm.
Der Motor stammt aus der Benelli-Entwicklung und ist eng verwandt mit dem Aggregat der Benelli TRK 502. Vier Ventile pro Zylinder, Einspritzung, Euro-5-Kat, Nasssumpfschmierung und Sechsganggetriebe sorgen für ausgereifte Technik in dieser Preisklasse. Der Antrieb läuft über Kette mit 16/46 Zähnen, die Wartungsintervalle liegen bei 6.000 km.
Optik, Verarbeitung, Ergonomie
Die SRK 500 tritt optisch modern und aggressiv auf. Der Tank ist muskulös gezeichnet, LED-Scheinwerfer erinnern an die größere SRK 700, das Heck ist knapp. Die Lackqualität liegt auf europäischem Mittelklassen-Niveau, Schweißnähte sind sauber ausgeführt.
Der Lenker ist breit und leicht nach oben gekröpft, die Fußrasten sind moderat positioniert. Die Sitzposition ist aufrecht und alltagstauglich. Auch auf Tagestouren mit 250 km zeigte die Sitzbank keine Ermüdungserscheinungen.
Kleinere Kritikpunkte: Kunststoffverkleidungen am Lenkkopf wirken etwas günstiger als bei japanischer Konkurrenz, die Spiegel vibrieren oberhalb von 6.500 U/min leicht. Das sind die typischen Zugeständnisse an das niedrige Preisniveau – den Gesamteindruck schmälern sie kaum.
Motor und Fahrverhalten
Der Zweizylinder läuft bis etwa 3.000 U/min leicht rau, darüber seidig. Die maximale Drehmomentspitze bei 6.500 U/min bringt souveräne Beschleunigung auch aus 4.000 U/min heraus. 0 auf 100 km/h in rund 5,4 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit laut Tacho 175 km/h.
Auf der Autobahn sind 130 km/h im sechsten Gang entspannt, 140 km/h machbar, alles darüber geht auf Kosten von Drehzahl und Drehmoment. Das ist für ein A2-Bike völlig ausreichend und besser als bei den 321 ccm der Yamaha MT-03.
In der Stadt sind Lenkeinschlag und Wendekreis kompakt. Die Kupplung ist gut dosierbar, die Gasannahme in den Modi Street und Rain direkt ohne Peak. Lediglich bei sehr geringen Drehzahlen (unter 2.000 U/min) kann es zum Ruckeln kommen.
Fahrwerk und Bremsen
Das Fahrwerk ist das große Plus der SRK 500. Vorn 41 mm Upside-Down-Gabel mit einstellbarer Vorspannung und Zugstufe, hinten Zentralfederbein einstellbar. Bei MT-03, Z500 und CB500F sind serienmäßig konventionelle Telegabeln verbaut.
Bremsen: vorn 320-mm-Doppelscheibe mit Vierkolben-Radial-Sattel, hinten 240-mm-Einzelscheibe, Bosch-ABS. Die Bremsperformance ist spürbar bissiger als die japanische Konkurrenz in derselben Preisklasse, der Druckpunkt am Handhebel präzise.
Ausstattung und Elektronik
Das 5-Zoll-TFT-Display ist ohne Sonnenreflexion gut lesbar. Bluetooth-Koppelung zum Smartphone, Navigation, Telefonie und Musiksteuerung sind ohne Aufpreis integriert. LED-Licht mit DRL und LED-Blinker sind Serie.
Fahrmodi: Street, Sport, Rain, Off (letzteres für Stand). Traktionskontrolle fehlt, aber bei 48 PS und Straßenreifen ist das kein echter Verlustpunkt. Quickshifter gegen 249 Euro als Aufpreis erhältlich.
Verbrauch und Reichweite
In unserem Mischtest (200 km Landstraße, 200 km Autobahn, 200 km Stadt) haben wir 4,3 l/100 km gemessen. Reale Reichweite bei 14 Liter Tank: etwa 320 km. Stadt: 4,8 l; Landstraße: 3,9 l; Autobahn 130 km/h: 5,2 l.
Die Herstellerangabe WMTC 3,8 l/100 km ist bei entspannter Fahrweise durchaus erreichbar. Für Pendler, die 40 km zur Arbeit fahren, reicht eine Tankfüllung bequem für gut eine Woche.
Vergleich zur japanischen Konkurrenz
Direkte Konkurrenten sind Yamaha MT-03 (42 PS, 6.499 Euro), Honda CB500F (47 PS, 6.490 Euro) und Kawasaki Z500 (45 PS, 6.699 Euro). Die SRK 500 unterbietet alle drei um 1.200 bis 1.400 Euro – bei besserer Ausstattung (TFT, USD, Smartphone).
Kritikpunkte: Markenhistorie, Händlernetz und Wiederverkaufswert. Wer auf Restwert setzt, wählt Yamaha oder Honda. Wer den Preisvorteil nutzen will und einen Händler in der Nähe hat, bekommt mit der SRK 500 eines der attraktivsten A2-Bikes 2026.
Fazit: Lohnt sich die SRK 500?
Für 5.299 Euro liefert die SRK 500 moderne Ausstattung, soliden Zweizylinder, verstellbares Fahrwerk und eine Optik, die sich nicht hinter Japanern verstecken muss. Im Alltag komfortabel, in der Kurve agil, im Verbrauch genügsam.
Wer ein neues, voll ausgestattetes A2-Naked-Bike unter 6.000 Euro sucht, muss die SRK 500 zwingend auf die Shortlist setzen. Pflicht vor dem Kauf: Probefahrt und Händlercheck innerhalb sinnvoller Fahrdistanz.