Die QJ Motor 450 MT ist 2026 eine der spannendsten A2-Reiseenduros unter 6.000 Euro. 449 ccm Reihenzweizylinder, 45 PS, 19-/17-Zoll-Speichenrad, 19-Liter-Tank, Bosch-ABS – und das alles für 5.999 Euro Listenpreis. Wir haben die 450 MT im Frühjahr 2026 auf Landstraße, Autobahn und leichten Schotterwegen getestet und mit Honda NX500, KTM 390 Adventure, Kawasaki Versys-X 300 verglichen.
Technische Daten 450 MT
Der Motor ist ein neuer 449 ccm Reihenzweizylinder mit 33 kW (45 PS) bei 8.000 U/min und 44 Nm bei 6.250 U/min. A2-tauglich ab Werk. Trockengewicht 175 kg, vollgetankt 195 kg – zwischen KTM 390 Adventure (177 kg) und Honda NX500 (197 kg).
Der 19-Liter-Tank ergibt eine reale Reichweite von 380-420 km. Vorne 19-Zoll-Speichenrad, hinten 17 Zoll. Serienbereifung Metzeler Tourance oder vergleichbar, auf leichtem Schotter brauchbar.
Ergonomie und Sitzposition
Die Sitzhöhe liegt mit 830 mm auf angenehmem Niveau für A2-Einsteiger und mittelgroße Fahrer. Mit 180 cm Körpergröße erreicht man beide Fußspitzen sicher. Der Lenker ist breit, hoch und leicht gekröpft. Die Fußrasten sind tief genug für Tagesetappen ohne Knieprobleme.
Die Sitzposition ist aufrecht, aber nicht so steil wie bei einer harten Enduro. Der Sozius sitzt auf einer gut gepolsterten Sitzbank mit stabilen Haltegriffen – für Etappen bis 200 km tauglich.
Motor und Fahrverhalten
Der Zweizylinder läuft bereits ab 2.500 U/min seidig. Der nutzbare Drehmomentbereich zwischen 3.500 und 7.500 U/min ist breit und gut zu dosieren. 0 auf 100 km/h in etwa 6 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit laut Tacho 165 km/h.
Autobahn bei 120 km/h entspannt, 130 km/h möglich, 140 km/h anstrengend. Vibrationen minimal, erst oberhalb 7.000 U/min spürbar. Gasannahme ohne Ruckler, Motorbremse dezent – was auf Schotter zusätzliche Stabilität bringt.
Fahrwerk auf Straße und Schotter
Vorn 41 mm USD-Gabel mit 180 mm Federweg, hinten einstellbares Zentralfederbein mit 170 mm Federweg. Beide Elemente in Druck- und Zugstufe verstellbar – in der 6.000-Euro-Klasse eine echte Seltenheit.
Auf der Landstraße stabil in Schräglage, der Langbau wirkt nicht träge. Auf leichtem Schotter gut kontrollierbar, ABS hinten im Off-Road-Modus deaktivierbar. Für echten Offroad-Einsatz (Sand, tiefe Furchen) ist sie aber nicht konstruiert.
Reisefähigkeit
Mit 4,5-5,0 l/100 km Realverbrauch und 19 Liter Tank reicht eine Tankfüllung für 380-420 km. Der Serien-Windschutz wirkt bis 120 km/h gut, darüber entstehen Helm-Turbulenzen – eine höhere Aftermarket-Scheibe (80-130 Euro) löst das.
Handprotektoren, Motorschutzbleche und USB-Ladebuchse sind serienmäßig. Seitenkoffer-Träger gibt es ab 499 Euro, Komplett-Koffersets ab 899 Euro. Das ist vergleichbar mit der Konkurrenz von KTM oder Honda.
Ausstattung und Elektronik
5-Zoll-TFT mit Smartphone-Konnektivität, Fahrmodi Street/Sport/Rain/Off-Road. Tempomat, USB, Reifendruckkontrolle (RDKS) sind Serie. Heizgriffe und beheizte Sitze als Zubehör (229/349 Euro).
Bosch-ABS mit Hinterrad-Abschaltung, keine Traktionskontrolle (in Pro-Version optional). LED-Licht komplett, DRL vorne und LED-Blinker rund um das Bike.
Vergleich mit NX500 und 390 Adventure
Honda NX500 (47 PS, 471 ccm, 17/17 Zoll, 189 kg) kostet 7.090 Euro und ist klar Straßen-Adventure. KTM 390 Adventure (44 PS, 373 ccm, 19/17 Zoll, 177 kg) liegt bei 6.899 Euro und ist offroad-affiner. Die 450 MT positioniert sich dazwischen: näher an der KTM bei Offroad, näher an der Honda beim Komfort.
Beim Preis unterbietet die 450 MT beide um 900-1.100 Euro. Bei der Serienausstattung (TFT, USD, Tempomat, 19 Liter Tank) liegt sie oft vorn. Beim Markenimage und Restwert bleiben KTM und Honda im Vorteil.
Fazit: Günstigste Reiseenduro?
Ja – zumindest in der A2-Klasse. Unter 6.000 Euro bietet 2026 nur die 450 MT dieses Komplettpaket. Wer Budget über Markenprestige stellt und seinen Händler in der Region hat, findet in der 450 MT eine echte Empfehlung.
Für echten Offroad-Einsatz bleiben KTM Enduros und Husqvarna erste Wahl. Für Reise, Tages- und Wochenendausfahrten liefert die 450 MT 2026 das stimmigste Paket der A2-Adventure-Klasse unter 6.500 Euro.