Typklassen 2027: die neuen Einstufungen des GDV

Die Typklassen 2027 hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am 30. September 2026 veröffentlicht. In der Kfz-Haftpflicht werden laut GDV (Stand: 30. September 2026) rund 7,4 Millionen Autofahrende in eine höhere und rund 5,1 Millionen in eine niedrigere Typklasse gestuft; für die übrigen fast 30 Millionen, insgesamt 71 Prozent, ändert sich nichts. Verbindlich ist die Statistik für die Versicherer nicht. Sie kann laut GDV für Neuverträge ab der Veröffentlichung und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr angewendet werden.

Was ändert sich mit den Typklassen 2027?

Laut Medieninformation des GDV vom 30. September 2026 ändern sich für mehr als 12 Millionen Autofahrende die Typklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Rund 7,4 Millionen werden laut GDV (Stand: 30. September 2026) in eine höhere und rund 5,1 Millionen in eine niedrigere Typklasse gestuft. Für die übrigen fast 30 Millionen, insgesamt 71 Prozent aller Autofahrerinnen und Autofahrer, ändert sich in der Haftpflicht-Einstufung nichts. Auch in der Voll- und Teilkasko bleibt es für die Mehrheit bei den Einstufungen des Vorjahres: 67 Prozent der Kaskoversicherten behalten laut GDV (Stand: 30. September 2026) ihre Typklasse.

Häufig geht es laut GDV für Automodelle nur ein oder zwei Klassen nach oben oder unten. Als Beispiele nennt der Verband den VW T7 MULTIVAN 2.0 TDI X, der in der Kfz-Haftpflicht zwei Klassen besser eingestuft wird, und den Mercedes GLC 200 4MATIC, der in der Vollkasko zwei Klassen besser eingestuft wird. Die Statistik erscheint einmal jährlich; die Typklassen 2027 umfassen die Schadenbilanzen der Jahre 2023 bis 2025. Abrufbar sind sie laut GDV (Stand: 30. September 2026) online und kostenlos für rund 33.000 verschiedene Automodelle.

Wie berechnet der GDV die Typklasse?

Die Typklasse ist laut GDV eine Einstufung, die zeigt, wie viele und wie teure Schäden mit einem Automodell im Vergleich zu anderen Modellen verursacht werden. Die Statistik bildet die Schadenbilanzen fast aller in Deutschland zugelassenen Automodelle ab. Zur Berechnung werden laut dem GDV-Verbraucherportal dieversicherer.de die Fahrzeugschäden und die dadurch verursachten Reparaturkosten aus drei Jahren betrachtet, für die Typklassen 2027 aus den Jahren 2023 bis 2025. Je nach Versicherungsart zählen andere Schäden, und die Skalen sind unterschiedlich lang, laut GDV (Stand: 30. September 2026):

In den Kaskoversicherungen spielen laut GDV auch Wiederbeschaffungswert, Reparaturkosten und Ersatzteilpreise des jeweiligen Automodells eine Rolle. Bei hochwertigen Geländewagen, Sportwagen oder Oberklassemodellen fallen die Kosten häufig höher aus, entsprechend finden sich viele dieser Modelle in einer höheren Typklasse wieder. Der Verband nennt als Beispiel verschiedene Autos der Baureihen Porsche Panamera, Land Rover Range Rover und Toyota Land Cruiser. Für neue Modelle ohne eigene Schadenbilanz wird unter anderem die Schadenerwartung vergleichbarer Fahrzeuge herangezogen. In der Vollkasko werden laut dieversicherer.de zudem Informationen aus einem Crashtest genutzt, um den Reparaturaufwand für einen durchschnittlichen Unfall im Stadtverkehr zu ermitteln.

Typklassen 2027 Tabelle: elf Modelle im Vergleich

Die Tabelle in diesem Abschnitt zeigt die Typklassen 2027 für elf ausgewählte Fahrzeugvarianten, so wie sie das GDV-Verbraucherportal dieversicherer.de auf den jeweiligen Modellseiten mit Datum 30.09.2026 ausweist, also laut GDV (Stand: 30. September 2026). Die Auswahl umfasst Kleinwagen, Kompaktmodelle, SUV, Elektroautos und einen Van und ist keine Rangliste. Maßgeblich ist immer die exakte Variante: Eine andere Motorisierung oder ein anderes Baujahr hat eine eigene Typschlüsselnummer und kann anders eingestuft sein.

Einige Werte fallen auf. Laut GDV (Stand: 30. September 2026) liegt der Renault Twingo 1.0 in der Vollkasko bei 12, der Fiat Panda 1.0 bei 13. Das passt zur Aussage des GDV, dass viele Kleinwagen, die vergleichsweise günstig zu reparieren sind, oft niedrige Kasko-Typklassen haben. In der Haftpflicht stehen beide mit 17 und 15 dagegen höher als der Skoda Octavia Combi 1.5 TSI mit 11. Das Tesla Model Y mit 125 kW erreicht in der Haftpflicht 21, auf einer Skala, die bei 25 endet. Haftpflicht- und Kaskoklasse eines Modells können also weit auseinanderliegen, weil jeweils andere Schäden zählen.

Für den Autokauf heißt das: Vergleichen Sie die Klassen der Versicherungsart, die Sie abschließen wollen. Wer nur Haftpflicht braucht, schaut auf die Spalte Haftpflicht; dort liegen laut GDV (Stand: 30. September 2026) VW Golf VIII 1.5 TSI, VW T-Roc 1.5 E-TSI und VW T7 Multivan 2.0 TDI gleichauf bei 12. In der Vollkasko trennen sich diese drei: Golf 18, T-Roc 19, Multivan 21. In der Teilkasko liegt der VW Polo VI 1.0 TSI mit 19 drei Klassen unter dem Golf mit 22. Die Spalte zur Änderung zeigt, ob eine Variante gegenüber dem Vorjahr höher oder niedriger eingestuft ist; über den Abstand zu anderen Modellen sagt sie nichts.

Typklassen 2027 ausgewählter Modellvarianten laut GDV (Stand: 30. September 2026), Quelle: Modellseiten auf dieversicherer.de; Änderung gegenüber dem Vorjahr: = gleich, -1 eine Klasse niedriger, -2 zwei Klassen niedriger, +1 eine Klasse höher
Modell (Variante, Leistung, Kraftstoff, Baujahr ab)HSN / TSNHaftpflichtTeilkaskoVollkaskoÄnderung zum Vorjahr (HP / TK / VK)
VW Golf VIII 1.5 TSI, 96 kW, Benzin, ab 20200603 / CNV122218= / = / =
VW Polo VI 1.0 TSI, 70 kW, Benzin, ab 20170603 / CDS131917= / = / =
VW T-Roc 1.5 E-TSI, 110 kW, Benzin/Hybrid, ab 20250603 / CXT122019= / = / =
Skoda Octavia Combi 1.5 TSI, 85 kW, Benzin, ab 20248004 / AYL112118= / = / =
Opel Corsa-F 1.2, 74 kW, Benzin, ab 20242525 / AAP172119-1 / -1 / -1
Fiat Panda 1.0, 52 kW, Benzin/Hybrid, ab 20242424 / ABG151713-1 / -1 / +1
Renault Twingo 1.0, 54 kW, Benzin, ab 20193333 / BLU171412= / = / -1
VW ID.3 Pro S, 70 kW, Elektro, ab 20240603 / CTY142019-1 / = / =
Tesla Model Y, 125 kW, Elektro, ab 20231480 / ABK212322= / +1 / -1
Mercedes-Benz GLC 200 4MATIC, 150 kW, Benzin/Hybrid, ab 20222222 / BJZ182321-1 / = / -2
VW T7 Multivan 2.0 TDI, 110 kW, Diesel, ab 20240603 / CVC122421-2 / = / -1

Ab wann gelten die Typklassen 2027?

Die Typklassenstatistik des GDV ist für die Kfz-Versicherer unverbindlich. Zur Anwendung heißt es in der Medieninformation vom 30. September 2026 wörtlich: Sie kann ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr angewendet werden. Ob und wann ein Unternehmen die neuen Werte in seinen Tarif übernimmt, ist also Sache des einzelnen Versicherers.

Für bestehende Verträge nennen das GDV-Verbraucherportal dieversicherer.de und der GDV-Beitrag Typklassen kurz erklärt (Stand: 30. September 2026) die Hauptfälligkeit; in der Regel ist dies der 1. Januar des folgenden Jahres. Bei Verträgen mit Hauptfälligkeit am 1. Januar ist das der 1. Januar 2027.

Die Musterbedingungen des GDV, die Allgemeinen Bedingungen für die Kfz-Versicherung (AKB 2015, Stand: 30. April 2025), beschreiben den Mechanismus in Abschnitt J.1: Ändert sich der Schadenbedarf eines Fahrzeugtyps im Verhältnis zu dem aller Fahrzeugtypen, kann dies zu einer Zuordnung in eine andere Typklasse führen. Die damit verbundene Beitragsänderung wird mit Beginn des nächsten Versicherungsjahres wirksam. Welcher Typklasse Ihr Fahrzeug zu Beginn des Vertrags zugeordnet worden ist, können Sie nach J.1 Ihrem Versicherungsschein entnehmen. Die AKB sind eine unverbindliche Bekanntgabe des GDV zur fakultativen Verwendung; abweichende Vereinbarungen sind möglich.

Typklasse 2027 abfragen: So finden Sie Ihre Einstufung

  1. Nehmen Sie den Fahrzeugschein zur Hand. In einer Zulassungsbescheinigung Teil I, die nach Oktober 2005 ausgestellt wurde, steht die Herstellerschlüsselnummer (HSN) laut dieversicherer.de (Stand: 7. September 2023) unter Punkt 2.1, die Typschlüsselnummer (TSN) unter Punkt 2.2.
  2. Öffnen Sie die kostenlose Typklassenabfrage auf dieversicherer.de; sie hat den Stand 30. September 2026. Statt HSN und TSN können Sie Ihr Auto auch über Automarke, Modell, Baujahr, PS und Kraftstoff auswählen.
  3. Die Abfrage liefert die Typklassen für Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko. Eine Farbskala ordnet die Werte ein: grün bedeutet eine niedrige Einstufung, rot eine hohe. Die einzelnen Modellseiten nennen außerdem die Veränderung gegenüber dem Vorjahr.
  4. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Typklasse, die Ihr Versicherungsschein zu Vertragsbeginn ausweist.

Wer keine bestimmte Variante sucht, findet auf dieversicherer.de auch eine Liste aller Automodelle mit Verlinkungen zur jeweiligen Typklasse; sie trägt ebenfalls das Datum 30.09.2026. Bei Elektro- und Hybridautos lohnt ein zweiter Blick auf die Leistung. Laut dieversicherer.de veröffentlicht der GDV nur die offiziell vom Kraftfahrt-Bundesamt festgestellten Leistungsangaben aus den Zulassungsdokumenten: bei reinen Elektroautos die sogenannte 30-Minuten-Leistung, bei Hybridfahrzeugen ausschließlich die Leistung des Verbrennungsmotors. Die von Herstellern im Internet oder in Prospekten genannte Systemleistung wird nicht in die Zulassungsdokumente eingetragen. Die kW-Angaben in der Tabelle können deshalb von Herstellerangaben abweichen.

Höhere Typklasse: Haben Sie ein Kündigungsrecht?

Erhöht der Versicherer den Beitrag aufgrund seines Beitragsanpassungsrechts nach J.1 bis J.3, also etwa wegen einer neuen Typklasse, sehen die AKB-Musterbedingungen (Stand: 30. April 2025) in G.2.7 ein Kündigungsrecht vor: Sie können den Vertrag innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung über die Beitragserhöhung kündigen. Der Versicherer teilt die Erhöhung nach G.2.7 spätestens einen Monat vor dem Wirksamwerden mit und weist auf das Kündigungsrecht hin.

Nach J.4 gilt das für die Kfz-Haftpflicht und entsprechend für die Kaskoversicherung. Werden mehrere Änderungen gleichzeitig wirksam, etwa eine neue Typklasse und eine neue Regionalklasse, besteht das Kündigungsrecht nur, wenn die Änderungen in Summe zu einer Beitragserhöhung führen. Maßgeblich sind die Bedingungen Ihres eigenen Vertrags.

Unabhängig davon können Sie nach G.2.1 zum Ablauf des Versicherungsjahres kündigen; die Kündigung ist nur wirksam, wenn sie dem Versicherer spätestens einen Monat vor Ablauf zugeht. Für die meisten Autofahrer endet der Vertrag laut dieversicherer.de (Stand: 28. Oktober 2025) am 31. Dezember; aufgrund der einmonatigen Kündigungsfrist endet die Wechselsaison für viele am 30. November. Bei einem Versicherungsjahr, das am 31. Dezember 2026 endet, ist das der 30. November 2026.

Was den Beitrag 2027 neben der Typklasse bestimmt

Je niedriger die Einstufung in der Typklasse, desto günstiger wirkt sich dies laut dieversicherer.de auf den Versicherungsbeitrag aus. Allein die Veränderung bei der Typklasse lässt jedoch keinen Rückschluss auf die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrags zu. Die Prämie hängt laut GDV (Stand: 30. September 2026) von vielen weiteren Faktoren ab, zum Beispiel der Regionalklasse und der Jahresfahrleistung; maßgeblich ist auch die Entwicklung der Reparaturkosten, die laut GDV seit Jahren stärker steigen als die allgemeine Inflation. Nach Abschnitt K.1 der AKB kann sich Ihr Beitrag außerdem aufgrund der Regelungen zum Schadenfreiheitsrabatt-System ändern.

Wie stark diese Merkmale wirken, unterscheidet sich zwischen den Anbietern: Laut GDV (Stand: 9. September 2026) kalkuliert jede Versicherung ihre Tarife und die Beitragshöhen anders. Die neuen Regionalklassen hat der GDV am 9. September 2026 für die 413 deutschen Zulassungsbezirke veröffentlicht; in der Kfz-Haftpflicht ändern sie sich laut GDV (Stand: 9. September 2026) für fast zehn Millionen Autofahrende. Welche Klassen für Ihren Bezirk gelten, zeigt unsere Übersicht Regionalklassen 2027. Wenn Sie wegen einer neuen Einstufung den Anbieter wechseln möchten, vergleichen Sie Angebote mit gleichem Schutzumfang; ein günstigerer Vertrag, der am Ende weniger Schäden ersetzt, ist laut dieversicherer.de nicht immer die bessere Lösung.

Alle Typklassen und Zahlen laut GDV (Stand: 30. September 2026), Regionalklassen laut GDV (Stand: 9. September 2026), Kündigungsregeln laut AKB-Musterbedingungen (Stand: 30. April 2025). Welche Klasse Ihr Versicherer anwendet, steht in Ihren Vertragsunterlagen. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Versicherungsberatung.

Häufig gestellte Fragen

Was ändert sich mit den Typklassen 2027?

Der GDV hat die Typklassen 2027 am 30. September 2026 veröffentlicht. In der Kfz-Haftpflicht werden laut GDV (Stand: 30. September 2026) rund 7,4 Millionen Autofahrende höher und rund 5,1 Millionen niedriger eingestuft; für 71 Prozent ändert sich nichts. In der Kasko behalten 67 Prozent ihre Typklasse. Die Statistik umfasst die Schadenbilanzen der Jahre 2023 bis 2025.

Wo finde ich das Typklassenverzeichnis 2027?

Der GDV stellt die Typklassen für rund 33.000 Automodelle kostenlos auf dieversicherer.de bereit, laut GDV (Stand: 30. September 2026). Neben der Abfrage per HSN und TSN gibt es dort eine Liste aller Automodelle mit Verlinkungen zur jeweiligen Typklasse.

Ab wann gilt die neue Typklasse für meinen Vertrag?

Die Statistik ist für die Versicherer unverbindlich. Laut GDV kann sie für Neuverträge ab der Veröffentlichung am 30. September 2026 und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr angewendet werden, zur Hauptfälligkeit, in der Regel am 1. Januar des folgenden Jahres.

Welche Typklasse ist gut?

Je niedriger die Einstufung, desto günstiger wirkt sie sich auf den Beitrag aus. Die Skalen unterscheiden sich laut GDV (Stand: 30. September 2026): Haftpflicht 10 bis 25, Teilkasko 10 bis 33, Vollkasko 10 bis 34. Vergleichen Sie Werte deshalb nur innerhalb derselben Versicherungsart.

Kann ich kündigen, wenn meine Typklasse steigt?

Nach den AKB-Musterbedingungen des GDV (Stand: 30. April 2025) ja, wenn der Versicherer deshalb den Beitrag erhöht: innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung über die Beitragserhöhung. Werden mehrere Änderungen gleichzeitig wirksam, zählt die Summe. Maßgeblich sind die Bedingungen Ihres Vertrags.

Wird die Versicherung bei höherer Typklasse automatisch teurer?

Nicht zwingend. Laut GDV lässt sich allein durch eine Veränderung bei der Typklasse keine Aussage über den Kfz-Versicherungsbeitrag treffen. Regionalklasse, Jahresfahrleistung und die Entwicklung der Reparaturkosten wirken mit, und die Statistik ist für die Versicherer unverbindlich.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Preise und Bedingungen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben der Anbieter.