Die Selbstbeteiligung in der Teilkasko ist der Betrag, den Sie im Schadenfall selbst tragen; den Rest zahlt der Versicherer. Eine höhere Selbstbeteiligung senkt Ihren Jahresbeitrag, macht aber jeden Schaden teurer. Eine gesetzlich feste Höhe gibt es nicht - gängig sind Stufen wie 150 Euro in der Teilkasko. Die passende Wahl hängt von Ihrem Fahrzeug und Ihrer Risikobereitschaft ab.
Gängig ist eine Selbstbeteiligung von 150 Euro. Angeboten werden auch 0 Euro oder höhere Stufen. Eine gesetzlich feste Höhe gibt es nicht - die SB ist Vertragssache.
Die Selbstbeteiligung (SB) ist ein vereinbarter Eigenanteil pro Schadenfall. Meldet sich ein ersatzpflichtiger Teilkaskoschaden - etwa Glasbruch, Sturm, Hagel, Marderbiss oder Diebstahl -, zieht der Versicherer die SB vom Erstattungsbetrag ab. Je höher die SB, desto niedriger der laufende Beitrag, weil Sie einen Teil des Risikos selbst übernehmen.
Die Teilkasko kennt keine Schadenfreiheitsklassen; ein gemeldeter Schaden führt anders als in der Vollkasko nicht zur Rückstufung. Trotzdem lohnt es sich, Kleinschäden gegen die SB zu rechnen: Liegt der Schaden nur knapp über der SB, kann die Selbstregulierung sinnvoll sein.
Die Selbstbeteiligung ist damit ein Steuerungsinstrument: Sie entscheidet mit, wie viel Risiko Sie selbst tragen und wie viel Sie an den Versicherer abgeben. Der Versicherer kalkuliert mit einer höheren SB weniger Kleinschäden ein und gibt diesen Vorteil über einen niedrigeren Beitrag weiter. Für Sie bedeutet das eine bewusste Abwägung zwischen planbarer monatlicher Belastung und der Höhe des Eigenanteils im Ernstfall.
Eine gesetzlich vorgeschriebene Höhe existiert nicht - die SB ist Vertragssache. In der Praxis bieten Versicherer feste Stufen an. Verbreitet ist in der Teilkasko eine Selbstbeteiligung von 150 Euro; ebenfalls angeboten werden 0 Euro, 300 Euro oder mehr. In der Vollkasko liegt die gängige Empfehlung höher, oft bei 300 Euro.
Die Wahl ohne Selbstbeteiligung klingt bequem, kostet aber spürbar mehr Beitrag und lohnt sich selten. Eine moderate SB ist meist der wirtschaftlichste Kompromiss, weil sie den Beitrag senkt, ohne einzelne Schäden untragbar teuer zu machen.
Beachten Sie, dass die genannten Stufen Marktüblichkeiten sind und kein gesetzlicher Standard. Jeder Versicherer legt seine Stufen selbst fest, und nicht jede Kombination aus Teil- und Vollkasko-SB ist in jedem Tarif wählbar. Vergleichen Sie daher nicht nur den Beitrag, sondern auch die angebotenen SB-Stufen, bevor Sie sich festlegen.
Das Prinzip zeigt eine einfache Rechnung. Angenommen, ein Hagelschaden kostet 500 Euro Reparatur und Sie haben eine Selbstbeteiligung von 150 Euro vereinbart: Der Versicherer zahlt 350 Euro, Sie tragen 150 Euro. Bei einem größeren Schaden von 2.000 Euro zahlt der Versicherer 1.850 Euro, Ihr Anteil bleibt bei 150 Euro.
Der Eigenanteil ist also gedeckelt - er fällt pro Schadenfall an, nicht als Prozentsatz. Genau darin liegt der Nutzen: Große Schäden sind gut abgesichert, während Sie den kleinen, festen Anteil selbst übernehmen und dafür über das Jahr weniger Beitrag zahlen.
Rechnen Sie das Prinzip auf Ihre persönliche Situation um: Notieren Sie, welchen Beitrag der Versicherer für die verschiedenen SB-Stufen verlangt, und stellen Sie die jährliche Ersparnis dem höheren Eigenanteil gegenüber. Erst diese konkrete Gegenüberstellung zeigt, welche Stufe für Ihr Fahrzeug und Ihr Schadenrisiko wirklich günstig ist - eine pauschale Empfehlung ersetzt sie nicht.
Ein weiterer Effekt zeigt sich bei mehreren Schäden im selben Jahr: Die Selbstbeteiligung fällt pro Schadenfall erneut an. Wer in einer Saison etwa einen Hagel- und einen separaten Glasschaden meldet, trägt die SB zweimal. Das ist selten, aber ein Grund, die Stufe nicht allein am günstigsten Beitrag auszurichten, sondern an der Wahrscheinlichkeit mehrerer Ereignisse.
| Selbstbeteiligung | Jahresbeitrag | Eigenanteil pro Schaden |
| niedrig | höher | gering |
| mittel | moderat | moderat |
| hoch | niedriger | hoch |
Ob sich eine höhere Selbstbeteiligung lohnt, ist eine Rechnung über mehrere Jahre. Vergleichen Sie die jährliche Beitragsersparnis mit dem zusätzlichen Eigenanteil, den Sie im Schadenfall tragen. Sparen Sie durch eine höhere SB jedes Jahr einen bestimmten Betrag, müssen diese Ersparnisse den seltenen, aber teureren Selbstbehalt aufwiegen.
Faustregel: Wer selten Schäden hat und einen finanziellen Puffer besitzt, fährt mit einer höheren SB günstiger. Wer jeden Euro im Schadenfall vermeiden möchte oder häufiger Teilkaskoschäden erwartet, wählt eine niedrigere SB. Rechnen Sie Ihre persönlichen Werte mit unserem Kfz-Versicherungsrechner durch.
Denken Sie auch an das Zeithorizont: Eine höhere SB spielt ihren Beitragsvorteil über viele schadenfreie Jahre aus, während der teurere Eigenanteil nur im seltenen Schadenfall greift. Über die gesamte Haltedauer betrachtet ist die höhere Stufe deshalb für vorsichtige und erfahrene Fahrer meist die wirtschaftlichere Wahl. Wer dagegen ein höheres Schadenrisiko hat oder den Eigenanteil ungern aufbringt, bleibt mit einer moderaten Stufe flexibler.
Schritt für Schritt kommen Sie so zur passenden Stufe:
In vielen Tarifen werden für Teil- und Vollkasko getrennte Selbstbeteiligungen vereinbart. Eine häufige Kombination ist eine niedrigere SB in der Teilkasko und eine höhere in der Vollkasko, weil Vollkaskoschäden im Schnitt teurer sind und der Beitragshebel dort stärker wirkt.
Beachten Sie: Anders als die Selbstbeteiligung wirkt sich in der Vollkasko zusätzlich die Rückstufung nach einem selbst verschuldeten Schaden auf künftige Beiträge aus. Diese Folgekosten fehlen in der Teilkasko. Bei der Wahl der SB sollten Sie daher Teil- und Vollkasko getrennt betrachten. Achten Sie außerdem auf abweichende SB bei Glasschäden - Reparaturen sind hier oft ohne oder mit reduziertem Eigenanteil abgedeckt.
Der Glasschaden zeigt diesen Sonderfall besonders deutlich. Viele Tarife behandeln die Reparatur eines kleinen Steinschlags günstiger als den kompletten Scheibentausch: Die Ausbesserung ist je nach Vertrag ohne oder mit reduziertem Eigenanteil gedeckt, der Austausch der ganzen Scheibe dagegen mit der vollen Teilkasko-SB. Wer einen Steinschlag früh reparieren lässt, vermeidet oft nicht nur die teurere Scheibe, sondern auch den höheren Eigenanteil. Die genaue Regelung steht in Ihren Bedingungen und unterscheidet sich zwischen den Tarifen.
Die Höhe der Selbstbeteiligung ist nicht in Stein gemeißelt. In der Regel lässt sie sich zum nächsten Versicherungsjahr anpassen, oft im Zuge des jährlichen Tarifvergleichs. Wer seine Fahrweise, das Fahrzeugalter oder die finanzielle Lage verändert hat, sollte die SB bei dieser Gelegenheit überdenken - eine einmal gewählte Stufe passt nicht dauerhaft zu jeder Lebenssituation.
Ein häufiger Fehler ist, die SB allein nach dem niedrigsten Beitrag zu wählen, ohne die eigene Rücklage zu prüfen. Wer im Schadenfall den hohen Eigenanteil nicht ohne Weiteres aufbringen kann, ist mit einer moderaten SB besser beraten. Umgekehrt zahlt drauf, wer aus Vorsicht null Euro wählt, obwohl er selten Schäden hat.
Wichtig ist auch der Blick auf den Alterungseffekt des Fahrzeugs: Sinkt der Wert des Autos, verliert eine sehr niedrige SB an Bedeutung, weil die maximal mögliche Entschädigung ohnehin durch den Zeitwert begrenzt ist. Bei älteren Fahrzeugen kann eine höhere SB oder der Verzicht auf Kaskoschutz wirtschaftlich sinnvoll werden.
Stand: 2026 - dies ist keine individuelle Versicherungsberatung; konkrete Stufen und Beiträge legt Ihr Versicherer fest, prüfen Sie diese vor Vertragsabschluss.
Gängig ist eine Selbstbeteiligung von 150 Euro. Angeboten werden auch 0 Euro oder höhere Stufen. Eine gesetzlich feste Höhe gibt es nicht - die SB ist Vertragssache.
Ja. Je mehr Risiko Sie selbst übernehmen, desto niedriger der Beitrag. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie oft und wie teuer Ihre Schäden ausfallen.
Nein. Die Teilkasko kennt keine Schadenfreiheitsklassen. Ein gemeldeter Schaden erhöht anders als in der Vollkasko nicht Ihre künftige Einstufung.
Nicht zwingend. Oft ist eine niedrigere SB in der Teilkasko und eine höhere in der Vollkasko sinnvoll, weil Vollkaskoschäden im Schnitt teurer sind.
Meist nicht. Der Beitrag steigt spürbar, während Sie im Schadenfall nur einen kleinen festen Anteil sparen. Eine moderate SB ist in der Regel wirtschaftlicher.
Oft nicht. Viele Tarife übernehmen die Reparatur eines kleinen Steinschlags ohne oder mit reduziertem Eigenanteil, während der komplette Scheibentausch die volle Teilkasko-SB kostet. Die Details regeln Ihre Vertragsbedingungen.