Winterdiesel: Zeitraum, Grenzwerte und Tipps

Winterdiesel fließt laut ADAC von Mitte November bis Ende Februar aus den Zapfsäulen, dazu sind die Tankstellen verpflichtet. Er soll bis minus 20 Grad taugen und kostet nichts extra. Die Grenzwerte für jede Jahreszeit legt die Dieselnorm DIN EN 590 fest, wie Aral erklärt. Erste Paraffinpartikel bilden sich laut ADAC aber schon ab etwa minus sieben Grad, auch im Winterdiesel.

Ab wann gibt es Winterdiesel?

Winterdiesel fließt laut ADAC von Mitte November bis Ende Februar aus den Dieselzapfsäulen der Tankstellen in Deutschland, dazu sind die Tankstellen verpflichtet. Gesondert darauf achten müssen Sie nicht: Sie tanken wie gewohnt und haben in dieser Zeit einen besseren Schutz gegen Kälte. Winterdiesel kostet laut ADAC auch nichts extra.

Zwischen Sommer und Winter liegt eine Übergangszeit. Laut Aral werden zwischen Anfang März und Mitte November Sommer- und Übergangsqualitäten getankt, die sich durch ihre Zusammensetzung von der Winterqualität unterscheiden. Nach den Stichtagen, die Aral anhand der Dieselnorm DIN EN 590 nennt, beginnt die Übergangsware Herbst am 1. Oktober und die Kernwinterware am 16. November. Im Frühjahr folgt vom 1. März bis 14. April wieder Übergangsware.

Der ADAC rät, rechtzeitig Winterdiesel zu tanken, bevor die kalte Jahreszeit beginnt. Die Restmenge an Sommerdiesel im Tank sollte dabei so gering wie möglich sein. Mischen dürfen Sie beide Sorten: Laut ÖAMTC ist das unproblematisch und lässt sich ohnehin nicht vermeiden, weil niemand mit völlig leerem Tank zur Tankstelle kommt.

Warum braucht es Winterdiesel?

Diesel enthält Paraffine, die laut Aral zur Leistungsfähigkeit des Kraftstoffs im Motor beitragen. Sie haben aber die Eigenschaft, bei Temperaturen unterhalb von etwa 0 Grad aus dem Kraftstoff auszuflocken und ab etwa minus 7 Grad als Trübung sichtbar zu werden. Streikt der Dieselmotor bei tiefen Minusgraden, ist laut ADAC meist der Kraftstofffilter mit feinsten Paraffinteilchen blockiert. Die Folge: Der Motor springt nicht mehr an oder geht bei fallenden und sehr eisigen Temperaturen sogar während der Fahrt aus.

Winterdiesel enthält Additive, die das Ausflocken und damit die Verstopfung des Kraftstoffsystems verhindern sollen. Sie werden bereits in der Raffinerie beigemischt. Laut Aral beeinflussen sie Form und Größe der Paraffinkristalle, sodass der Filter auch bei tieferen Temperaturen passierbar bleibt. Viele Dieselmodelle haben zusätzlich eine Kraftstoffheizung, die laut ADAC der Verstopfung des Filters entgegenwirkt.

Ein zweites Problem ist Wasser. Laut Aral können sich im Laufe des Jahres geringe Mengen Wasser aus der Luftfeuchtigkeit im Kraftstofffilter sammeln, durch die sogenannte Tankatmung. Bei Frost kristallisiert dieses Wasser zu Eis und verringert die Durchlässigkeit des Filters zusätzlich zu den Paraffinen.

Bis wie viel Grad hält Winterdiesel?

Winterdiesel soll laut ADAC bis minus 20 Grad taugen. Das entspricht dem Grenzwert, den die DIN EN 590 laut Aral für die Kernwinterware festlegt: Der CFPP (Cold Filter Plugging Point) darf dann höchstens minus 20 Grad betragen. Der CFPP beschreibt die normierte Filtrierbarkeitsgrenze, also die Temperatur, ab der die Filtrierbarkeit des Diesels nicht mehr uneingeschränkt gegeben ist. Er wird im genormten Labor-Filtrierbarkeitstest bestimmt. Die Tabelle zeigt die Grenzwerte für alle Jahreszeiten.

Der Laborwert ist keine Garantie für jedes Auto. Schon ab etwa minus sieben Grad bilden sich laut ADAC auch im Winterdiesel die ersten Paraffinpartikel, die zum Ausflocken des Kraftstoffs führen. Wie gut ein Auto bei tiefen Temperaturen fährt, hängt laut Aral außerdem erheblich von der Fahrzeugtechnik des jeweiligen Herstellers ab. Der ADAC fordert von der Mineralölindustrie Dieselqualitäten, die in Fahrzeugen ohne Filterheizung bis mindestens minus 20 Grad verwendbar sind.

Einen Überblick über die aktuellen Dieselpreise finden Sie in unserem Preisratgeber.

Grenzwerte für Diesel nach DIN EN 590, wie Aral sie nennt
ZeitraumQualitätCFPP höchstens
15. April bis 30. SeptemberSommerware0 °C
1. Oktober bis 15. NovemberÜbergangsware Herbstminus 10 °C
16. November bis 28. (29.) FebruarKernwinterwareminus 20 °C
1. März bis 14. AprilÜbergangsware Frühjahrminus 10 °C

Premium-Diesel bei starkem Frost

Sind Temperaturen tiefer als minus 20 Grad angekündigt, kann Premium-Diesel laut ADAC eine Alternative sein. Die höhere Kältefestigkeit beruht dabei auf Herstellerangaben: Laut Angaben der Kraftstoffhersteller soll Premium-Diesel, der ADAC nennt etwa Aral Ultimate, Shell V-Power und Total Excellium, deutlich kältefester sein als normaler Dieselkraftstoff. Er ist aber auch teurer.

Aral macht für die eigenen Produkte unterschiedliche Angaben. Für Aral Diesel nennt die Produktseite im Winter von Mitte November bis Ende Februar eine Filtrierbarkeit bei minus 22 Grad oder besser, und laut Aral-FAQ sieht die eigene Spezifikation für die Kernwinterware einen CFPP von höchstens minus 22 Grad vor. Auf der Aral-Seite zum Diesel im Winter heißt es dagegen, bereits Aral Diesel übertreffe die Norm und Aral Ultimate Diesel noch mehr, die Ergebnisse im genormten Labortest lägen bei minus 24 Grad oder besser.

Für Aral Ultimate Diesel nennt die Produktseite gemessene CFPP-Werte von minus 24 bis minus 34 Grad. Ultimate Diesel wird laut Aral das ganze Jahr über ausschließlich in Winterqualität angeboten.

Was tun, wenn der Diesel versulzt ist?

Ist der Diesel versulzt und springt das Auto nicht mehr an, heißt es laut ADAC abwarten und auftauen. Das Auto fährt erst wieder, wenn das gesamte Kraftstoffsystem erwärmt ist und sich alle Paraffinpartikel aufgelöst haben. Dazu muss es in eine Garage mit deutlich über 0 Grad.

Keinesfalls sollten Sie mit Föhn oder Heißluftgebläse arbeiten: Laut ADAC besteht Brand- und Beschädigungsgefahr, außerdem erreichen Sie so nicht alle Stellen, an denen der Diesel ausgeflockt ist. Nach dem Auftauen ist es laut ADAC gut, die Filterheizung zu überprüfen und normgerechten Kraftstoff nachzutanken; gegebenenfalls muss der Kraftstofffilter ersetzt werden. Hat Ihr Auto keine Filterheizung, bieten manche Fahrzeughersteller eine Nachrüstung an.

Springt Ihr Diesel bei Kälte nicht an, hilft auch unser Ratgeber Auto springt nicht an im Winter.

Tipps für Dieselfahrer im Winter

Mit diesen Empfehlungen des ADAC beugen Sie Startproblemen vor:

Bei angekündigten Temperaturen unter minus 20 Grad kann Premium-Diesel eine Alternative sein, wie oben beschrieben. Allgemeine Hinweise zur Vorbereitung finden Sie im Ratgeber Auto winterfest machen.

Winterdiesel in Österreich

In Österreich gelten andere Zeiträume. Laut einem ÖAMTC-Beitrag von 2016 wird der Paraffinanteil im Kraftstoff dort von Anfang Oktober bis Ende April in der Raffinerie reduziert oder der Diesel mit speziellen Additiven versehen. Der in Österreich erhältliche herkömmliche Dieselkraftstoff muss im Winter laut ÖAMTC bis mindestens minus 20 Grad frostfest sein.

An der Zapfsäule merkt man laut ÖAMTC keinen Unterschied, der Winterdiesel wird dort nicht eigens angeschrieben. Wer mit einem Diesel ins Ausland fährt, sollte sich vorab über die dortigen Zeiträume informieren.

Woran erkennen Sie Winterdiesel?

An der Zapfsäule müssen Sie laut ADAC nicht gesondert auf Winterdiesel achten, denn die Tankstellen sind im Zeitraum von Mitte November bis Ende Februar zur Abgabe verpflichtet. Aral stellt nach eigenen Angaben an allen Tankstellen den Diesel für die Wintermonate auf die Winterqualität um, die zu den genannten Stichtagen bereitsteht.

Wer im Oktober oder in der ersten Novemberhälfte tankt, bekommt nach den von Aral genannten Stichtagen Übergangsware mit einem CFPP von höchstens minus 10 Grad. Sie ist damit weniger kältefest als die Kernwinterware mit höchstens minus 20 Grad. Wer in dieser Zeit in sehr kalte Regionen fährt, sollte die Vorhersage im Blick behalten; bei angekündigten Temperaturen unter minus 20 Grad nennt der ADAC Premium-Diesel als mögliche Alternative.

Stand: September 2026. Grundlage sind die Angaben von ADAC und ÖAMTC sowie von Aral zu den eigenen Kraftstoffen. Die Grenzwerte der DIN EN 590 geben wir so wieder, wie Aral sie nennt.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann gibt es Winterdiesel?

Laut ADAC von Mitte November bis Ende Februar, dazu sind die Tankstellen verpflichtet. Nach den Stichtagen, die Aral anhand der DIN EN 590 nennt, gilt Kernwinterware vom 16. November bis Ende Februar, davor ab 1. Oktober und danach bis 14. April Übergangsware.

Bis wie viel Grad hält Winterdiesel?

Winterdiesel soll laut ADAC bis minus 20 Grad taugen, das ist auch der CFPP-Grenzwert der DIN EN 590 für die Kernwinterware. Erste Paraffinpartikel bilden sich laut ADAC aber schon ab etwa minus sieben Grad.

Kann man Winterdiesel mit Sommerdiesel mischen?

Ja, laut ÖAMTC ist das unproblematisch. Der ADAC rät aber, rechtzeitig Winterdiesel zu tanken und möglichst wenig Sommerdiesel im Tank zu haben.

Braucht man Zusätze für Winterdiesel?

Nein, die Kälteadditive werden bereits in der Raffinerie beigemischt. Additive zur Fließverbesserung sollten Sie laut ADAC nur verwenden, wenn der Fahrzeughersteller sie freigegeben hat, und Benzin gehört nicht in den Dieseltank.

Kostet Winterdiesel mehr als normaler Diesel?

Nein. Laut ADAC kostet Winterdiesel nichts extra, Sie tanken wie gewohnt.

Was bedeutet der CFPP-Wert?

CFPP steht für Cold Filter Plugging Point, die Temperatur, ab der die Filtrierbarkeit des Diesels nicht mehr uneingeschränkt gegeben ist. Die DIN EN 590 verlangt im Kernwinter höchstens minus 20 Grad. Für Aral Diesel nennt Aral minus 22 Grad oder besser, für Aral Ultimate Diesel gemessene Werte von minus 24 bis minus 34 Grad.

Quellen

Stand: September 2026. Preise und Bedingungen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben der Anbieter.