Wer in Frankreich in eine Umweltzone (ZFE-m) fährt, braucht die Crit'Air-Vignette; deutsche Umweltplaketten werden dort nicht anerkannt. Ausgegeben wird sie nur über certificat-air.gouv.fr, für im Ausland zugelassene Fahrzeuge ausschließlich online. Das französische Umweltministerium nennt als Preis 3,11 Euro zuzüglich Porto. Die Vignette gilt ohne Ablaufdatum, solange sie lesbar ist. Ohne passende Vignette droht in einer Zone in der Regel ein Pauschalbußgeld von 68 Euro, einige Städte verzichten in Übergangsphasen aber noch auf Bußgelder (Stand: 28. September 2026).
Ja, wenn Sie in eine Umweltzone (ZFE-m) fahren oder der Präfekt bei Luftverschmutzung eine circulation différenciée anordnet. Deutsche Umweltplaketten werden nicht anerkannt. Die Crit'Air-Vignette gibt es nur über certificat-air.gouv.fr; das Umweltministerium nennt 3,11 Euro zuzüglich Porto.
Die Vignette ist in Frankreich nicht überall Pflicht, sondern in zwei Situationen. Das französische Umweltministerium nennt sie so: Le certificat qualité de l'air est obligatoire pour circuler dans les zones à faibles émissions mobilité (ZFE-m) instaurées sur certains territoires ou pour circuler lorsque le préfet instaure la circulation différenciée lors d'un épisode de pollution. Gemeint sind also die Umweltzonen, abgekürzt ZFE-m, und die circulation différenciée: Bei einer Luftverschmutzungsepisode kann der Präfekt anordnen, dass in einem Gebiet nur Fahrzeuge bestimmter Klassen fahren dürfen. Darüber informieren nach service-public.fr die Medien am Vortag vor 19 Uhr, etwa Zeitungen, Fernsehen und Radio.
Das Auswärtige Amt beschreibt die Lage für Reisende aus Deutschland so: In der Innenstadt von Paris innerhalb des Boulevard Périphérique und in zahlreichen anderen französischen Großstädten gibt es Umweltzonen, die unabhängig von der Art des Antriebs nur mit einer französischen Umweltplakette befahren werden dürfen; die Pariser Zone reicht nach Angaben der Stadt inzwischen bis zur Autobahn A86. Deutsche Umweltplaketten werden nicht anerkannt. Auch ein Elektroauto braucht in einer Zone deshalb die Vignette. Die Eurométropole Straßburg beantwortet die Frage, ob Fahrer mit deutscher Plakette zusätzlich eine Crit'Air brauchen, eindeutig: Une vignette Crit'Air doit obligatoirement être apposée sur le parebrise. Nach ihren Angaben gilt das auch für Fahrzeuge, die nur gelegentlich in die Zone fahren.
Nach Angaben des Umweltministeriums müssen seit dem 1. Januar 2025 auch Ballungsräume mit mehr als 150.000 Einwohnern im französischen Mutterland eine ZFE-m einrichten, wenn sie die gesetzlichen Luftgrenzwerte zwar regelmäßig einhalten, aber die Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation überschreiten. Welche Klassen in einer Zone fahren dürfen und zu welchen Zeiten, unterscheidet sich von Zone zu Zone, wie die Beispiele im nächsten Abschnitt zeigen. Einen Überblick über alle Zonen bieten die Dienste Itinériz und Bison Futé, auf die service-public.fr verweist. Prüfen Sie Ihr Ziel deshalb vor der Abfahrt.
Die folgenden vier Zonen zeigen, wie unterschiedlich die Regeln sind. Alle Angaben stammen von den offiziellen Seiten der Städte und Metropolen (Stand: 28. September 2026).
Métropole Grand Paris. Die Zone umfasst das Gebiet innerhalb der Autobahn A86; die A86 selbst gehört nicht dazu, der Boulevard périphérique dagegen schon. Seit dem 1. Januar 2025 dürfen dort Fahrzeuge mit Crit'Air 5, 4 und 3 sowie nicht klassifizierte Fahrzeuge nicht fahren, bei Pkw, leichten Nutzfahrzeugen und motorisierten Zweirädern montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr, außer an Feiertagen. Fahrzeuge mit Crit'Air 3 können nach Angaben der Stadt einen Pass für 24 Tage im Jahr nutzen, der wie andere Ausnahmen über die Plattform der Metropole beantragt wird. Zu den Kontrollen schreibt paris.fr: Une période pédagogique a été instaurée jusqu'à fin 2026, pendant laquelle aucune sanction ne sera appliquée. Bis zum 31. Dezember 2026 sind die Kontrollen dort also nur informativ.
Eurométropole de Strasbourg. Die Zone umfasst das ganze Gebiet der Eurométropole mit Ausnahme einiger Transitachsen, etwa der A4 nördlich des Autobahnkreuzes A4/A35 bei Vendenheim. Sie gilt für alle motorisierten Fahrzeuge einschließlich Zwei- und Dreirädern: Elle s'applique en continu, 7 jours sur 7 et 24 heures sur 24. Nach dem Kalender der Eurométropole ist Crit'Air 5 seit Januar 2023 und Crit'Air 4 seit Januar 2024 verboten; für Crit'Air 3 nennt der Kalender ein Verbot ab Januar 2027 und bis dahin eine pädagogische Phase. Vor jedem neuen Verbot gibt es eine solche Phase ohne Bußgeld. Wer ohne Vignette fährt oder parkt oder die Regeln missachtet, riskiert nach der Eurométropole bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen 68 Euro.
Métropole de Lyon. Die Zone umfasst Lyon, Caluire-et-Cuire, Villeurbanne sowie die Teile von Bron und Vénissieux innerhalb des Boulevard périphérique Laurent Bonnevay. Seit dem 1. Januar 2025 sind dort Crit'Air 5, 4 und 3 sowie nicht klassifizierte Fahrzeuge verboten, und zwar rund um die Uhr, beim Fahren wie beim Parken. Die Metropole nennt ein Bußgeld von 68 Euro für Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und motorisierte Zweiräder.
Grenoble Alpes Métropole. Seit dem 1. Januar 2025 dürfen in 13 Gemeinden der Metropole auch Fahrzeuge mit Crit'Air 3 nicht mehr fahren; Crit'Air 4, 5 und nicht klassifizierte Fahrzeuge waren schon vorher betroffen. Ausgenommen sind unter anderem die städtischen Schnellstraßen und Zufahrten zu den Bergmassiven. Die Metropole hat die pädagogische Phase aber verlängert: La Métropole a pris la décision d'élargir la période pédagogique (sans verbalisation) à tous les véhicules (voitures, deux-roues motorisés, véhicules utilitaires et poids lourds) quelle que soit sa vignette Crit'Air, jusqu'au 30 juin 2027. Eine fehlende Vignette kann dort dagegen weiterhin geahndet werden.
Weitere Zonen und ihre aktuellen Stufen finden Sie über Itinériz und Bison Futé oder auf der Seite der jeweiligen Stadt.
Es gibt sechs Vignetten: E sowie die Klassen 1 bis 5. Je höher die Zahl, desto höher die Schadstoffemissionen. Maßgeblich sind die Fahrzeugart, die Energie oder der Kraftstoff und die Euro-Norm oder das Datum der Erstzulassung. Bewertet werden nach Angaben des Ministeriums Luftschadstoffe wie Stickoxide und Partikel, nicht Treibhausgase wie CO2. Die Tabelle unten zeigt die Klassen für Pkw nach der Übersicht von service-public.fr, die am 1. Januar 2026 zuletzt geprüft wurde.
Elektro- und Wasserstoffautos erhalten unabhängig vom Datum die grüne Vignette, Gasfahrzeuge und Plug-in-Hybride die violette Klasse 1. Pkw mit Erstzulassung vor 1997 (Euro 1 und älter) sind nicht klassifiziert und bekommen keine Vignette; bei leichten Nutzfahrzeugen liegt diese Grenze laut service-public.fr im Oktober 1997. Das Auswärtige Amt nennt für Kraftfahrzeuge ebenfalls den 1. Januar 1997.
Motorräder und Roller: Hier weichen die Angaben ab. Das Auswärtige Amt schreibt, dass Krafträdern mit Erstzulassung vor dem 1. Juni 1999 keine Plakette erteilt wird. Die französische Tabelle auf service-public.fr führt motorisierte Zwei-, Drei- und Vierräder dagegen bis zum 31. Mai 2000 als nicht klassifiziert und vergibt Crit'Air 4 für Erstzulassungen von Juni 2000 bis zum 30. Juni 2004. Die Einstufung Ihres Fahrzeugs zeigt der Simulator, auf den service-public.fr verweist; prüfen Sie sie vor der Bestellung.
| Klasse | Farbe | Antrieb und Erstzulassung |
| E | grün | Elektro und Wasserstoff, unabhängig vom Datum |
| 1 | violett | Gas und Plug-in-Hybrid, unabhängig vom Datum; Benziner ab 2011 (Euro 5 und 6) |
| 2 | gelb | Diesel ab 2011 (Euro 5 und 6); Benziner Januar 2006 bis Dezember 2010 (Euro 4) |
| 3 | orange | Diesel 2006 bis 2010 (Euro 4); Benziner Januar 1997 bis Dezember 2005 (Euro 2 und 3) |
| 4 | bordeaux | Diesel 2001 bis 2005 (Euro 3) |
| 5 | grau | Diesel 1997 bis 2000 (Euro 2) |
| ohne Klasse | keine Vignette | vor 1997 (Euro 1 und älter) |
Das französische Umweltministerium beziffert den Preis auf 3,11 Euro zuzüglich Porto. Der Betrag deckt nach seinen Angaben nur die Kosten des ausstellenden Dienstes; es handelt sich nicht um eine Steuer. Für den Versand innerhalb Frankreichs nennt service-public.fr einen Gesamtpreis von 3,85 Euro einschließlich Porto. Für Sendungen ins Ausland wird das Porto angepasst und bei der Bestellung angezeigt (Stand: 28. September 2026).
Die einzige offizielle Ausgabestelle nennt service-public.fr ausdrücklich: Le site certificat-air.gouv.fr est le seul site officiel de délivrance des vignettes Crit'Air. Das Ministerium warnt, dass Websites ohne Verbindung zum Ministerium als Vermittler auftreten und die Vignette zu einem deutlich höheren Preis als dem tatsächlichen anbieten. Die Metropole Lyon spricht von betrügerischen Seiten, die Vignetten viel teurer anbieten. Grenoble Alpes Métropole rät, SMS mit einem Link zur Bestellung zu ignorieren und Bankdaten nur auf der offiziellen Seite einzugeben. Achten Sie deshalb in der Adresszeile auf certificat-air.gouv.fr.
Für ein im Ausland zugelassenes Fahrzeug ist nur der Online-Antrag möglich: La demande se fait uniquement en ligne pour un véhicule immatriculé à l'étranger. Einen Antrag per Post sieht service-public.fr für in Frankreich zugelassene Fahrzeuge vor. Das Auswärtige Amt bestätigt, dass die Vignette für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge anhand der Angaben aus den gültigen deutschen Zulassungspapieren bestellt werden kann.
Pro Fahrzeug gibt es genau eine Vignette. Bei Fragen erreichen Sie den Ausgabedienst aus dem Ausland telefonisch unter +33 800 970 033, montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr. Da die Vignette per Post kommt, bestellen Sie am besten rechtzeitig vor der Reise.
Bei Auto, Nutzfahrzeug und Lkw kommt die Vignette innen auf den unteren rechten Teil der Windschutzscheibe, mit der Vorderseite nach außen sichtbar. Die Stelle muss vorher sauber und trocken sein. Einmal aufgeklebt, sollten Sie die Vignette nicht mehr verschieben, weil sie sonst reißt. Bei Fahrzeugen ohne Windschutzscheibe, etwa Motorrädern und Rollern, gehört sie gut sichtbar nach vorn, zum Beispiel auf die Gabel, das Schutzblech oder die rechte Frontverkleidung.
Die Vignette wird ohne zeitliche Begrenzung ausgestellt und muss nicht erneuert werden; ein Fahrzeug behält seine Vignette sein ganzes Leben lang. Sie bleibt gültig, solange sie lesbar ist. Sie ist so gesichert, dass sie sich nicht von einer Windschutzscheibe auf eine andere übertragen lässt. Bei einem Scheibentausch können Sie die alte Vignette also nicht mitnehmen.
Wer in einer ZFE-m mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug oder ohne Vignette fährt, riskiert nach service-public.fr eine Geldstrafe von bis zu 450 Euro; in der Regel handelt es sich um ein Pauschalbußgeld von 68 Euro. Dasselbe gilt, wenn Sie bei einer circulation différenciée die Einschränkungen missachten. Das Umweltministerium nennt die Einzelheiten:
Zusätzlich kann das Fahrzeug stillgelegt und abgeschleppt werden. Ob tatsächlich ein Bußgeld verhängt wird, hängt aber von der Zone ab: Paris verzichtet bis zum 31. Dezember 2026 auf Sanktionen, Grenoble bei Verstößen gegen die Fahrverbote bis zum 30. Juni 2027, und Straßburg schaltet vor jedem neuen Verbot eine pädagogische Phase ohne Bußgeld vor (Stand: 28. September 2026). Eine fehlende Vignette kann in Grenoble trotzdem geahndet werden.
Für Sammlerfahrzeuge verweist service-public.fr auf die Stadtverwaltung des Ziels: renseignez-vous auprès de votre mairie pour savoir quelles règles s'appliquent. Klären Sie die Regeln für einen Oldtimer also vor der Fahrt mit der Zielstadt.
Fahrzeugen, die die französische carte mobilité inclusion mit dem Vermerk Parken für Menschen mit Behinderung zeigen, darf die Einfahrt in eine ZFE-m nach service-public.fr nicht verboten werden. Die Seite nennt nur diese französische Karte; ob eine Stadt einen ausländischen Ausweis gleich behandelt, sollten Sie vor der Reise mit der Zielstadt klären. Zonen können außerdem eigene Ausnahmen vorsehen, in Paris etwa den erwähnten Pass für Crit'Air 3.
Nein, Stand: 28. September 2026 gelten sie weiter. Das Gesetz zur Vereinfachung des Wirtschaftslebens (loi de simplification de la vie économique) enthielt einen Artikel 37. Er sollte nach der Entscheidung des Conseil constitutionnel unter anderem die Artikel L. 2213-4-1 und L. 2213-4-2 des Code général des collectivités territoriales aufheben und damit die Möglichkeit oder Pflicht bestimmter Gebietskörperschaften beseitigen, eine ZFE-m einzurichten. Nach Angaben der Metropole Lyon war die Vorschrift von Nationalversammlung, Senat und Vermittlungsausschuss angenommen worden.
Mit der Entscheidung Nr. 2026-903 DC vom 21. Mai 2026 hat der Conseil constitutionnel Artikel 37 für verfassungswidrig erklärt. Die Begründung ist verfahrensrechtlich: Die Vorschrift wurde in erster Lesung eingefügt und hat nach der Entscheidung keinen, auch keinen mittelbaren, Zusammenhang mit den Bestimmungen des ursprünglichen Gesetzentwurfs. Über den Inhalt hat der Conseil constitutionnel ausdrücklich nicht entschieden. Die Entscheidung wurde im Journal officiel vom 27. Mai 2026 veröffentlicht.
Die Metropole Lyon fasste die Folge am 5. August 2026 so zusammen: La ZFE lyonnaise reste donc en vigueur conformément à la loi Climat et Résilience de 2021. Auch die offiziellen Seiten von Paris, Straßburg und Grenoble beschreiben die Regeln ihrer Zonen weiterhin. Unabhängig von den Zonen bleibt die Vignette bei einer vom Präfekten angeordneten circulation différenciée Pflicht.
Stand: 28. September 2026. Die Regeln der einzelnen Zonen ändern sich zu festen Stichtagen; maßgeblich sind die offiziellen Seiten der Städte. Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung.
Ja, wenn Sie in eine Umweltzone (ZFE-m) fahren oder der Präfekt bei Luftverschmutzung eine circulation différenciée anordnet. Deutsche Umweltplaketten werden nicht anerkannt. Die Crit'Air-Vignette gibt es nur über certificat-air.gouv.fr; das Umweltministerium nennt 3,11 Euro zuzüglich Porto.
Das französische Umweltministerium nennt 3,11 Euro zuzüglich Porto; das Porto für den Versand ins Ausland wird bei der Bestellung angezeigt. Innerhalb Frankreichs kostet die Vignette laut service-public.fr 3,85 Euro einschließlich Porto (Stand: 28. September 2026).
Unbefristet. Die Vignette muss nicht erneuert werden und bleibt gültig, solange sie lesbar ist. Sie lässt sich aber nicht von einer Windschutzscheibe auf eine andere übertragen.
Nein. Das Auswärtige Amt schreibt, dass deutsche Umweltplaketten nicht anerkannt werden. Die Eurométropole Straßburg verlangt auch bei deutscher Plakette eine Crit'Air-Vignette an der Windschutzscheibe.
Ja, in Zonen, die motorisierte Zweiräder erfassen, etwa in Paris und Straßburg. Die Vignette kommt vorn gut sichtbar auf Gabel, Schutzblech oder rechte Frontverkleidung. Für sehr alte Maschinen nennen das Auswärtige Amt und service-public.fr unterschiedliche Stichtage.
Nein. Der Conseil constitutionnel hat mit der Entscheidung Nr. 2026-903 DC vom 21. Mai 2026 den Artikel 37 des Gesetzes zur Vereinfachung des Wirtschaftslebens, der die Grundlagen der ZFE-m aufheben sollte, aus verfahrensrechtlichen Gründen für verfassungswidrig erklärt. Stand: 28. September 2026 gelten die Zonen weiter.
Stand: September 2026. Preise und Bedingungen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben der Anbieter.