Schneeketten Test ADAC: Testsieger, Noten und was heute noch gilt

Der letzte große Schneeketten Test des ADAC stammt aus dem November 2011: Testsieger wurden die Stahlketten Pewag Servo und Walmec Klack & Go New mit je Note 1,8. Neuere unabhängige Ergebnisse liefert der ÖAMTC-Test von 2021, in dem die Pewag Brenta 9 mit Note 1,8 vorn lag. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das getestete Modell für Ihre Reifengröße noch erhältlich ist.

Wie aktuell ist der ADAC-Schneekettentest?

Der letzte Schneekettentest des ADAC mit Einzelnoten stammt aus dem November 2011. Einen neueren Schneekettentest des ADAC mit Einzelnoten haben wir bis zum Stand dieses Artikels nicht gefunden. Der Club selbst schreibt in seinem aktuellen Ratgeber, klassische Schneeketten seien die besten Allrounder und ausreichend verschleißfest, und bestätigt damit die Kernaussage von 2011.

Weil die ADAC-Ergebnisse aus dem Jahr 2011 stammen, stellen wir die ADAC-Ergebnisse neben drei weitere unabhängige Tests: den ÖAMTC-Schneekettentest von 2021, den Schneeketten-Test von AUTO BILD aus dem Jahr 2013 und den Test der Stiftung Warentest von 2004. Alle Noten und Preise stammen von den jeweiligen Testern und gelten für den damaligen Testzeitpunkt. Eine eigene Rangliste erstellen wir nicht.

ADAC-Schneekettentest 2011: alle Ergebnisse

Unter den insgesamt zwölf Testkandidaten waren Stahlketten, Traktionshilfen und ein Reifenspray. Bewertet wurden Handhabung, Schnee, Eis und Verschleiß. Kein Produkt erhielt die Note sehr gut, durchgefallen ist nur das Spray. Die Tabelle am Ende des Abschnitts listet alle zwölf Produkte mit Testpreis und Gesamtnote.

Testsieger mit der Note 1,8 wurden zwei Stahlketten: die Pewag Servo und die Walmec Klack & Go New. Die Pewag überzeugte mit hervorragenden Verschleißwerten und einfacher Montage, Nachspannen ist bei ihr nicht nötig. Die feingliedrige Walmec erzielte auf allen Oberflächen gute Werte. Beide lagen mit 134 und 113 Euro im preislichen Mittelfeld.

Dahinter folgen mit Note 2,0 die Thule CS-10, die sich laut ADAC selbst nach einer Frostnacht problemlos vom Reifen abnehmen ließ, und die RudMatic Hybrid, eine Stahlkette mit textilen Elementen, gute Traktion auf Eis und sehr gute Verschleißwerte. Die Schnellmontagesysteme Rud Centrax (2,1) und Thule K-Summit (3,0) waren bei Montage und Demontage recht gut, auf Schnee und Eis aber schwächer als die anderen Ketten. Das teuerste Produkt, die Thule K-Summit für 382 Euro, landete auf dem vorletzten Platz.

Textile Traktionshilfen und Spray im ADAC-Test

2011 schaffte es erstmals ein Textilprodukt in den guten Bereich: Das Michelin Easy Grip aus Kunststoffseilgeflecht erreichte die Note 2,4. Auf Schnee lieferte es laut ADAC sensationelle Traktionswerte, bei Geschwindigkeiten über 40 km/h gab es aber Probleme mit dem Halt auf dem Rad, und den Verschleißtest bestand es nicht. Die Traktionshilfen Autosock (2,7) und Rudmatic Soft Spike (3,0) kamen auf ein befriedigend.

Klar durchgefallen ist das Reifenspray Snow Grip mit der Gesamtnote 4,6. Es verschaffte dem Reifen nur für wenige hundert Meter Grip, danach war das Auto nicht mehr sicher zu bewegen. Der ADAC warnte, dass ein solches Spray dazu verleitet, ein Fahrzeug in Betrieb zu nehmen, das kurz darauf nicht mehr sicher fahrbar ist. Als Ersatz für eine Kette taugt ein Spray nach diesem Ergebnis nicht.

ADAC-Schneekettentest 2011: Testpreis und Gesamtnote aller zwölf Produkte
ProduktArtTestpreis 2011GesamtnoteADAC-Urteil
Pewag ServoSchneekette134 Euro1,8gut
Walmec Klack & Go NewSchneekette113 Euro1,8gut
Thule CS-10Schneekette172 Euro2,0gut
Rudmatic HybridSchneekette149 Euro2,0gut
Rud CentraxSchneekette345 Euro2,1gut
Pewag Snox ProSchneekette149 Euro2,4gut
Alpin Mountain 9mmSchneekette30 Euro2,4gut
Michelin Easy GripTraktionshilfe100 Euro2,4gut
AutosockTraktionshilfe79 Euro2,7befriedigend
Rudmatic Soft SpikeTraktionshilfe98 Euro3,0befriedigend
Thule K-SummitSchneekette382 Euro3,0befriedigend
Snow GripReifenspray9,50 Euro4,6mangelhaft

ÖAMTC-Schneekettentest 2021: der neueste Club-Test

Der jüngste Club-Test mit Einzelnoten, den wir gefunden haben, stammt vom österreichischen ÖAMTC aus dem Jahr 2021. Geprüft wurden sechs Schneeketten und drei textile Traktionshilfen in der Reifendimension 225/50 R17. Neu war eine Zugkraft-Messung, mit der der ÖAMTC die Kraftübertragung beim Anfahren auf Schnee objektiv ermittelte. Keines der neun Produkte erreichte sehr gut, sechs erhielten gut und drei befriedigend.

Die Gesamtnote setzt sich laut ÖAMTC aus Handhabung (35 %), Schnee (40 %) und Verschleiß (25 %) zusammen. Die beste Gesamtnote erzielte die Seilkette Pewag Brenta 9 mit 1,8. Der ÖAMTC nennt als Vorteile homogenes Fahrverhalten auf Schnee und geringen Verschleiß, als Nachteile das nötige Nachspannen und eine mühsame Demontage bei Hinterradantrieb.

ÖAMTC-Schneekettentest 2021 (Reifen 225/50 R17)
ProduktHandhabungSchneeVerschleißGesamtnote
Pewag Brenta 92,31,91,11,8
RUD innov8 Hybrid2,31,52,11,9
Pewag Servomatik2,01,33,02,0
RUD Centrax2,12,11,62,0
Filmer Super Grip2,51,42,32,0
König easy fit CU 92,23,02,02,5
Michelin Easy Grip Evolution1,91,33,62,6
Goodyear Ultragrip1,52,64,92,8
Autosock1,82,54,62,8

Auffällig ist die Spalte Verschleiß. Die textilen Produkte lagen bei der Kraftübertragung beim Anfahren gleichauf mit Ketten, die Michelin Easy Grip Evolution war dort sogar vorn. Nach einer trockenen Teststrecke von maximal 50 Kilometern zeigten die Textilhilfen aber deutliche Verschleißspuren. Bei einer Stahlkette, der Pewag Servomatik, brach ein Kettenglied.

AUTO BILD 2013 und Stiftung Warentest 2004

AUTO BILD testete 2013 mit einem Mercedes E 350 CDI mit Heckantrieb auf Winterreifen der Dimension 225/55 R 16. Bewertet wurden Handhabung, Fahrdisziplinen und Preis-Leistung. Das Ergebnis laut AUTO BILD:

Die teuren Komfortketten Centrax und K-Summit ließen sich in nur fünf Minuten montieren, schnitten bei Anfahren und Seitenführung aber unterdurchschnittlich ab.

Die Stiftung Warentest hat im Oktober 2004 einen großen Schneekettentest veröffentlicht. Die besten Ergebnisse auf Schnee brachten der Pewag Sportmatik den ersten Platz unter den guten Seilketten, die Filmer Super Grip war mit nur 30 Euro sehr preiswert. Die drei Schnellmontagesysteme im Test boten auf Schnee nur mangelhafte Traktion. Die textile AutoSock bewertete die Stiftung Warentest getrennt, weil sie damals nicht als Schneekette zugelassen war, etwa für Strecken mit Kettenpflicht.

Was alle Tests gemeinsam zeigen

Obwohl die Tests Jahre auseinanderliegen, wiederholen sich drei Befunde:

Wie stark die Testmethode das Ergebnis prägt, zeigt die Centrax von RUD: Modelle mit diesem Namen erhielten beim ADAC 2011 die Note 2,1, beim ÖAMTC 2021 die Note 2,0 und bei AUTO BILD 2013 die Note 3,2. Lesen Sie Noten deshalb immer zusammen mit Testjahr, Reifengröße und Gewichtung.

Kaufkriterien: die passende Schneekette finden

Üben Sie das Anlegen einmal im Trockenen, bevor es ernst wird. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Ratgeber Schneeketten anlegen.

Regeln: Zeichen 268, Tempo 50 und Antriebsachse

Das blaue Verkehrszeichen 268 schreibt Schneeketten vor. Wer dort ohne Ketten fährt, riskiert laut ADAC ein Verwarnungsgeld von 20 Euro. Die Kettenpflicht gilt laut ADAC auch dann, wenn die Straße frei von Schnee und Eis ist. Das Zeichen gilt auch für Fahrzeuge mit Allradantrieb. Mit Ketten dürfen Sie höchstens 50 km/h fahren (§ 3 Abs. 4 StVO). Wer schneller fährt, zahlt nach der Tabelle für Geschwindigkeitsverstöße im Bußgeldkatalog, zum Beispiel 115 Euro innerorts und 100 Euro außerorts bei 21 bis 25 km/h zu viel und bis zu 800 Euro mit Fahrverbot bei sehr hohen Überschreitungen.

Bei Pkw gehören die Ketten auf die Antriebsachse, bei Allradlern auf mindestens eine Antriebsachse nach Herstellerangabe. Für das Bremsen bergab ist es sinnvoll, alle Achsen auszurüsten. Kontrollieren Sie die Kettenspannung nach 100 Metern und nehmen Sie die Ketten ab, sobald die Straße frei ist und kein Zeichen 268 mehr gilt. In Österreich sind Anfahrhilfen bei Kettenpflicht laut ÖAMTC nur zulässig, wenn sie nach ÖNORM V 5117 geprüft und entsprechend gekennzeichnet sind. Schneeketten ersetzen keine Winterreifen, die Regeln dazu erklärt der Ratgeber Winterreifenpflicht.

Alle Noten und Preise stammen aus den genannten Tests und gelten für den jeweiligen Testzeitpunkt; aktuelle Modelle und Preise können abweichen. Stand: September 2026.

Häufig gestellte Fragen

Welche Schneekette ist ADAC Testsieger?

Im ADAC-Schneekettentest von 2011 teilten sich die Stahlketten Pewag Servo und Walmec Klack & Go New mit der Note 1,8 den ersten Platz. Einen neueren ADAC-Schneekettentest mit Einzelnoten haben wir bis zum Stand dieses Artikels nicht gefunden.

Welcher Schneekettentest ist am aktuellsten?

Der jüngste Club-Test mit Einzelnoten, den wir gefunden haben, stammt vom ÖAMTC aus dem Jahr 2021. Dort erzielte die Seilkette Pewag Brenta 9 mit der Note 1,8 die beste Gesamtnote, sechs von neun Produkten erhielten gut.

Sind Schneesocken eine Alternative zur Schneekette?

Nur eingeschränkt. In den Tests von ADAC 2011 und ÖAMTC 2021 zeigten textile Traktionshilfen gute Traktion auf Schnee, aber schwachen Verschleiß. In Österreich sind sie bei Kettenpflicht laut ÖAMTC nur zulässig, wenn sie nach ÖNORM V 5117 geprüft und gekennzeichnet sind.

Wie schnell darf ich mit Schneeketten fahren?

Höchstens 50 km/h (§ 3 Abs. 4 StVO). Wer schneller fährt, wird wie bei jeder Geschwindigkeitsüberschreitung nach dem Bußgeldkatalog belangt, bei sehr hohen Überschreitungen mit bis zu 800 Euro und Fahrverbot.

Auf welche Achse kommen die Schneeketten?

Auf die Antriebsachse. Bei Allradfahrzeugen gilt die Angabe des Herstellers in der Bedienungsanleitung. Wer zwei Kettenpaare hat, verbessert mit Ketten auf allen Achsen die Bremswirkung bergab.

Was kostet eine gute Schneekette?

AUTO BILD nennt als Richtwerte rund 50 Euro für einfache Seilketten und ab 250 Euro für Komfortketten. Die Testpreise von 2011 sind veraltet, vergleichen Sie daher aktuelle Angebote für Ihre Reifengröße.

Quellen

Stand: September 2026. Preise und Bedingungen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben der Anbieter.