Kennzeichen reservieren: Wie lange ist es gültig?

Wie lange ein reserviertes Kennzeichen gültig bleibt, hängt von der Zulassungsstelle ab. Die Reservierungsdauer liegt in der Regel zwischen 10 und 90 Tagen, häufig bei 30 Tagen. Manche Behörden bieten gegen Gebühr eine Verlängerung an. Wie Sie ein Wunschkennzeichen reservieren, was es kostet und wie Sie die Frist verlängern, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Reservierungsdauer: So unterschiedlich regeln es die Behörden

Es gibt keine bundeseinheitliche Regelung zur Reservierungsdauer von Kfz-Kennzeichen. Jede Zulassungsstelle legt die Frist eigenständig fest. Die Spanne reicht von 10 Tagen bis zu sechs Monaten. In der Praxis sind drei Varianten besonders verbreitet:

(Stand: 2026 — die konkreten Fristen können sich ändern. Prüfen Sie die Angaben auf der Website Ihrer Zulassungsstelle.)

Wird das Kennzeichen innerhalb der Frist nicht abgeholt bzw. bei der Zulassung verwendet, verfällt die Reservierung automatisch. Das Kennzeichen wird dann wieder freigegeben und kann von jemand anderem reserviert werden.

Online-Reservierung: So funktioniert es

Die meisten Zulassungsstellen bieten eine Online-Reservierung über ihre Website oder ein zentrales Portal an. Der Ablauf ist in der Regel einheitlich:

  1. Website aufrufen: Gehen Sie auf die Internetseite Ihrer Zulassungsstelle oder nutzen Sie ein übergeordnetes Landesportal.
  2. Wunschkennzeichen eingeben: Geben Sie die gewünschte Buchstaben-Zahlen-Kombination ein. Das System prüft sofort, ob das Kennzeichen verfügbar ist.
  3. Verfügbarkeit bestätigen: Ist das Kennzeichen frei, können Sie es direkt reservieren.
  4. Gebühr bezahlen: Die Reservierungsgebühr wird in der Regel per Online-Überweisung, Kreditkarte oder Lastschrift entrichtet.
  5. Bestätigung speichern: Sie erhalten eine Reservierungsbestätigung mit Reservierungsnummer. Bringen Sie diese zur Zulassung mit.

Tipp: Reservieren Sie das Kennzeichen erst, wenn der Fahrzeugkauf oder die Zulassung in absehbarer Zeit ansteht. Sonst riskieren Sie, dass die Frist abläuft.

Kosten für Reservierung und Wunschkennzeichen

Die Gebühren für Reservierung und Wunschkennzeichen sind von Bundesland zu Bundesland leicht unterschiedlich, bewegen sich aber in einem engen Rahmen. Die Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) sieht folgende Posten vor:

(Stand: 2026 — prüfen Sie die aktuellen Gebühren Ihrer Zulassungsstelle.)

Einige Behörden erlassen die Reservierungsgebühr, wenn Sie das Kennzeichen innerhalb einer bestimmten Frist tatsächlich zulassen. Andere berechnen die Gebühr grundsätzlich, unabhängig davon, ob die Reservierung genutzt wird.

Reservierung verlängern: Geht das?

Ob eine Verlängerung möglich ist, entscheidet ebenfalls die jeweilige Zulassungsstelle. Drei Szenarien kommen vor:

Wenn Ihnen ein bestimmtes Kennzeichen besonders wichtig ist, erkundigen Sie sich vor der Reservierung bei Ihrer Zulassungsstelle nach den Verlängerungsbedingungen. So vermeiden Sie eine böse Überraschung, falls die Zulassung länger dauert als geplant.

Welche Kombinationen sind erlaubt und verboten?

Nicht jede Buchstaben-Zahlen-Kombination ist als Wunschkennzeichen zulässig. Die Zulassungsstellen sperren Kombinationen, die anstößig oder politisch belastet sein könnten. Bundesweit verboten sind unter anderem Kombinationen wie HJ, KZ, NS, SA und SS. Darüber hinaus sperren einzelne Zulassungsbezirke weitere Kombinationen, die in Verbindung mit dem Ortskürzel problematisch wirken.

Die maximale Länge des Erkennungsnummernteils (Buchstaben + Ziffern nach dem Ortskürzel) ist auf insgesamt acht Zeichen begrenzt, wobei höchstens zwei Buchstaben und vier Ziffern erlaubt sind. Die genauen Möglichkeiten hängen von der Schildgröße und dem Ortskürzel ab.

Möchten Sie ein bestimmtes Geburtsdatum, eine Jahreszahl oder Ihre Initialen auf dem Kennzeichen, prüfen Sie vorab im Online-Portal, ob die Kombination verfügbar und zulässig ist.

Typische Fehler bei der Kennzeichenreservierung

Diese Fehler kosten Zeit, Geld oder das gewünschte Kennzeichen:

Schritt-für-Schritt: Kennzeichen reservieren und zulassen

Der vollständige Ablauf von der Reservierung bis zur fertigen Zulassung umfasst folgende Schritte:

  1. Verfügbarkeit prüfen: Rufen Sie das Online-Portal Ihrer Zulassungsstelle auf und geben Sie die gewünschte Kombination ein. Testen Sie auch Alternativen, falls Ihr Erstwunsch vergeben ist.
  2. Reservierung abschließen: Bezahlen Sie die Reservierungsgebühr und speichern Sie die Bestätigungsnummer. Notieren Sie sich das Ablaufdatum der Reservierung.
  3. Versicherung abschließen: Schließen Sie die Kfz-Versicherung ab und fordern Sie die eVB-Nummer an. Ohne eVB ist keine Zulassung möglich.
  4. Kennzeichenschilder prägen lassen: Bringen Sie die Reservierungsbestätigung zu einer Schilderprägestelle in der Nähe der Zulassungsstelle. Die Prägung dauert in der Regel wenige Minuten und kostet je nach Anbieter zwischen 15 und 40 Euro für zwei Schilder.
  5. Zulassung beantragen: Gehen Sie mit eVB-Nummer, geprägten Schildern, Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II), Personalausweis und gegebenenfalls SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer zur Zulassungsstelle.
  6. Plaketten aufkleben: Nach der Zulassung erhalten Sie die Stempelplaketten. Kleben Sie diese auf die Kennzeichenschilder und montieren Sie die Schilder am Fahrzeug.

Bei einer vollständigen Online-Zulassung (i-Kfz Stufe 4) können Sie einige dieser Schritte digital erledigen. Die geprägten Schilder und die Montage bleiben jedoch physisch notwendig.

Was tun, wenn das Wunschkennzeichen nicht verfügbar ist?

Ist Ihre bevorzugte Kombination bereits vergeben oder gesperrt, stehen Ihnen mehrere Wege offen:

Bedenken Sie: Ein Kennzeichen, das aktuell auf einem zugelassenen Fahrzeug läuft, können Sie nicht reservieren. Es wird erst nach Abmeldung des bisherigen Halters und Ablauf einer Sperrfrist wieder freigegeben.

Sonderfälle bei der Kennzeichenreservierung

Einige Situationen erfordern besonderes Vorgehen:

Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung — Gebühren und Fristen variieren je nach Zulassungsstelle und können sich ändern.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange bleibt ein reserviertes Kennzeichen gültig?

Je nach Zulassungsstelle zwischen 10 und 90 Tagen, in Einzelfällen bis zu sechs Monaten. Die häufigste Frist beträgt 30 Tage.

Was kostet die Kennzeichenreservierung?

Die Reservierungsgebühr liegt laut GebOSt in der Regel zwischen 2,60 und 12,80 Euro. Hinzu kommt bei der Zulassung der Wunschkennzeichen-Zuschlag von 10,20 Euro (Stand: 2026 — prüfen Sie aktuelle Gebühren).

Kann ich die Reservierung verlängern?

Das hängt von der Zulassungsstelle ab. Manche erlauben eine Verlängerung gegen Gebühr, andere nicht. Fragen Sie vor der Reservierung bei Ihrer Behörde nach.

Kann ich ein Kennzeichen online reservieren?

Ja. Die meisten Zulassungsstellen bieten eine Online-Reservierung an. Sie geben Ihr Wunschkennzeichen ein, das System prüft die Verfügbarkeit und Sie bezahlen die Gebühr online.

Was passiert, wenn die Reservierungsfrist abläuft?

Das Kennzeichen wird wieder freigegeben und kann von jemand anderem reserviert werden. Sie müssen dann neu reservieren, sofern es noch verfügbar ist.

Welche Buchstabenkombinationen sind auf dem Kennzeichen verboten?

Bundesweit gesperrt sind unter anderem HJ, KZ, NS, SA und SS. Einzelne Zulassungsbezirke sperren zusätzliche Kombinationen, die mit dem Ortskürzel problematisch wirken.