Hauptuntersuchung Kosten: Was kostet der TÜV für Ihr Fahrzeug?

Die Hauptuntersuchung (HU) inklusive Abgasuntersuchung (AU) kostet für einen Pkw bis 3,5 Tonnen im Bundesdurchschnitt rund 150 bis 170 Euro (Stand: 2026 – prüfen Sie aktuelle Werte bei Ihrer Prüforganisation). Die genaue Gebühr hängt vom Fahrzeugtyp, der Prüforganisation und dem Bundesland ab. Wer den Termin um mehr als zwei Monate überzieht, zahlt einen Aufschlag von 20 Prozent.

Was die Hauptuntersuchung kostet – Überblick nach Fahrzeugtyp

Die Gebühren für HU und AU unterscheiden sich je nach Fahrzeugkategorie. Die folgende Tabelle zeigt übliche Spannen über alle großen Prüforganisationen hinweg:

HU + AU: typische Gebührenspannen (Stand: 2026 – regionale Abweichungen möglich)
FahrzeugtypGebührenspanne
Pkw bis 3,5 tca. 150–170 Euro
Elektro-Pkw (keine AU nötig)ca. 90–110 Euro
Motorradca. 85–95 Euro
Wohnmobil bis 3,5 tca. 150–170 Euro
Wohnmobil über 3,5 tca. 180–210 Euro
Anhänger (ungebremst)ca. 35–45 Euro
Anhänger (gebremst, bis 3,5 t)ca. 55–65 Euro

Elektrofahrzeuge sind günstiger, weil die Abgasuntersuchung entfällt. Die reine HU macht den größten Kostenanteil aus; die AU schlägt zusätzlich mit rund 30 bis 50 Euro zu Buche.

Hybridfahrzeuge mit Verbrennungsmotor durchlaufen die AU wie konventionelle Pkw. Die Gebühren entsprechen daher denen eines regulären Pkw bis 3,5 Tonnen. Plug-in-Hybride bilden keine Ausnahme, solange sie einen Verbrennungsmotor besitzen.

Prüforganisationen im Vergleich

In Deutschland führen mehrere zugelassene Organisationen die Hauptuntersuchung durch. Die bekanntesten sind TÜV Süd, TÜV Nord, TÜV Rheinland, DEKRA, GTÜ und KÜS. Die Gebühren unterscheiden sich zwischen diesen Anbietern, die Differenz beträgt für einen Pkw aber selten mehr als 10 bis 15 Euro.

Einen pauschalen Preissieger gibt es nicht, weil die Gebühren regional variieren. In Ballungsräumen liegen die Preise tendenziell etwas höher als in ländlichen Gebieten. Wer in einer Werkstatt mit angeschlossener Prüfstelle vorfahren kann, spart sich die Anfahrt zur separaten Prüfstation. Zudem entfallen Wartezeiten, die bei stark frequentierten Prüfstellen durchaus eine Stunde betragen können.

Freie Werkstätten bieten häufig Kombi-Angebote an: Sie führen einen Vorab-Check durch, beheben kleinere Mängel sofort und begleiten das Fahrzeug dann durch die HU. Die Werkstattkosten kommen in diesem Fall zu den Prüfgebühren hinzu, aber das Risiko einer Nachprüfung sinkt erheblich.

Ein weiterer Kostenfaktor, den viele übersehen: Einige Prüfstellen berechnen einen Aufpreis für Fahrzeuge mit Gasantrieb (LPG/CNG), weil eine zusätzliche Prüfung der Gasanlage erforderlich ist. Dieser Zuschlag liegt bei rund 20 bis 30 Euro. Fragen Sie bei der Terminvereinbarung nach, ob Ihr Fahrzeugtyp einen solchen Aufschlag auslöst.

Zusatzkosten: Nachprüfung, Überziehung und Änderungsabnahme

Nachprüfung: Wird das Fahrzeug bei der HU mit erheblichen Mängeln beanstandet, muss es innerhalb eines Monats zur Nachprüfung. Diese kostet rund 15 bis 30 Euro, je nach Prüforganisation. Die Nachprüfung prüft ausschließlich die zuvor beanstandeten Punkte.

Überziehung: Wer den HU-Termin um mehr als zwei Monate überzieht, muss bei der nächsten Vorführung mit einer vertieften Prüfung rechnen. Der Aufschlag beträgt 20 Prozent auf die reguläre Gebühr. Zusätzlich droht ein Verwarnungsgeld von 15 Euro (zwei bis vier Monate überzogen) bis 60 Euro (mehr als acht Monate überzogen).

Änderungsabnahme: Wer technische Veränderungen am Fahrzeug vornimmt – etwa Fahrwerksumbauten, Felgen oder Chiptuning – benötigt eine separate Änderungsabnahme nach § 19 Abs. 3 StVZO. Die Kosten liegen bei etwa 50 bis 80 Euro und fallen zusätzlich zur regulären HU an.

HU-Intervalle: Wann ist die nächste Prüfung fällig?

Die Prüfintervalle richten sich nach Fahrzeugart und Alter:

Den nächsten Termin erkennen Sie an der Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen. Die Zahl in der Mitte zeigt das Jahr, die Zahl oben den Monat der nächsten Fälligkeit.

Typische Mängel und wie Sie Kosten vermeiden

Bei rund einem Drittel aller HU-Prüfungen werden erhebliche Mängel festgestellt. Die häufigsten Beanstandungen betreffen:

Ein Vorab-Check in der Werkstatt kostet zwischen 20 und 40 Euro und deckt die meisten dieser Mängel auf. Die Reparatur vor der HU ist fast immer günstiger, als nach einer nicht bestandenen Prüfung zusätzlich zur Nachprüfgebühr zahlen zu müssen. Wird das Fahrzeug mit erheblichen Mängeln beanstandet, darf es bis zur Nachprüfung weiter genutzt werden – allerdings nur, wenn die Verkehrssicherheit nicht gefährdet ist. Bei verkehrsgefährdenden Mängeln kann der Prüfer die Weiterfahrt untersagen.

Einfache Prüfungen können Sie selbst vornehmen: alle Leuchten durchschalten, Reifenprofil mit einer Euro-Münze messen (der goldene Rand muss im Profil verschwinden), Bremsflüssigkeitsstand kontrollieren und den Verbandskasten auf Vollständigkeit und Ablaufdatum prüfen. Ölstand, Kühlflüssigkeit und Scheibenwaschwasser sollten ebenfalls vor dem Termin kontrolliert werden – sie sind zwar keine HU-Kriterien, können aber Werkstattkosten bei der Inspektion reduzieren.

Besonders ältere Fahrzeuge ab zehn Jahren Alter fallen überdurchschnittlich häufig durch die HU. Verschleiß an Fahrwerk, Bremsleitungen und Auspuffanlage nimmt mit dem Alter zu. Bei einem Fahrzeug dieser Kategorie sollten Sie mit zusätzlichen Reparaturkosten von 50 bis 300 Euro rechnen – abhängig davon, welche Bauteile betroffen sind. Eine gezielte Vorbereitung spart hier Zeit und Geld. Lassen Sie im Zweifelsfall vorab einen Kostenvoranschlag für nötige Reparaturen erstellen, damit Sie keine Überraschungen erleben.

Wer die HU bei einer Werkstatt mit integrierter Prüfstelle durchführen lässt, kann die Reparaturen und die Nachprüfung oft am selben Tag erledigen. Bei externen Prüfstellen ist ein zweiter Termin nötig, was zusätzlichen Zeitaufwand und Fahrtkosten verursacht. Planen Sie bei älteren Fahrzeugen daher möglichst einen Werkstatt-Termin mit angeschlossener Prüfstelle.

Sonderfälle: Oldtimer, Importfahrzeuge und Saisonkennzeichen

Oldtimer mit H-Kennzeichen: Das HU-Intervall beträgt wie bei regulären Pkw 24 Monate. Allerdings erfolgt die Prüfung nach einem erweiterten Katalog, weil auch die Originalität des Fahrzeugs bewertet wird. Die Kosten liegen etwas höher als bei einem Standard-Pkw, da die Prüfzeit länger ist.

Importfahrzeuge: Fahrzeuge, die aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt werden, benötigen vor der Zulassung eine Vollabnahme nach § 21 StVZO. Diese ist deutlich umfangreicher und teurer als eine reguläre HU – rechnen Sie mit 100 bis 200 Euro zusätzlich.

Saisonkennzeichen: Die HU muss innerhalb des zugelassenen Betriebszeitraums durchgeführt werden. Fällt der Termin in die Ruhezeit, verschiebt er sich auf den ersten Monat des nächsten Betriebszeitraums. Ein Überziehungszuschlag fällt in diesem Fall nicht an, solange Sie innerhalb des ersten Monats vorfahren.

Kurzzeitkennzeichen: Fahrzeuge mit Kurzzeitkennzeichen (gelbes Kennzeichen, maximal 5 Tage gültig) benötigen seit 2015 eine gültige HU. Ist keine aktuelle HU vorhanden, erhalten Sie nur ein Kurzzeitkennzeichen für die Fahrt zur nächsten Prüfstelle und zurück – nicht für beliebige Überführungsfahrten. Die HU-Gebühren sind in diesem Fall identisch mit denen einer regulären Vorführung.

Fahrzeuge aus Leasing-Rückgabe: Wer ein Leasingfahrzeug zurückgibt, muss in der Regel eine gültige HU-Plakette vorweisen. Ist die HU abgelaufen, kann der Leasinggeber die Kosten für die Nachholung zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr in Rechnung stellen. Es lohnt sich daher, den HU-Termin rechtzeitig vor Vertragsende einzuplanen.

Gebrauchtwagenkauf: Beim Kauf eines Gebrauchtwagens ist der Verkäufer gesetzlich verpflichtet, ein Fahrzeug mit gültiger HU zu übergeben (§ 29 StVZO in Verbindung mit der Fahrzeug-Zulassungsverordnung). Fehlt die gültige HU, können Sie als Käufer die Kosten für die Durchführung vom Verkäufer verlangen oder den Kaufpreis entsprechend mindern. Privatkäufe ohne Gewährleistung bilden hier eine Grauzone – achten Sie im Kaufvertrag auf klare Vereinbarungen.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung – die genannten Gebühren können regional abweichen; prüfen Sie aktuelle Werte bei Ihrer Prüforganisation.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet die Hauptuntersuchung für einen Pkw?

Für einen Pkw bis 3,5 Tonnen liegen die Gebühren für HU und AU zusammen bei rund 150 bis 170 Euro (Stand: 2026). Die genaue Summe hängt von Prüforganisation und Bundesland ab.

Ist die HU bei Elektroautos günstiger?

Ja, weil die Abgasuntersuchung entfällt. Die reine HU für ein Elektrofahrzeug kostet in der Regel zwischen 90 und 110 Euro.

Was passiert, wenn ich den HU-Termin überziehe?

Ab zwei Monaten Überziehung fällt ein Aufschlag von 20 Prozent auf die Prüfgebühr an. Zusätzlich drohen Verwarnungsgelder zwischen 15 und 60 Euro, abhängig von der Dauer der Überziehung.

Wie teuer ist eine Nachprüfung nach nicht bestandener HU?

Die Nachprüfung kostet je nach Prüforganisation rund 15 bis 30 Euro. Sie muss innerhalb eines Monats nach der Erstprüfung erfolgen.

Kann ich die Prüforganisation frei wählen?

Ja, Sie sind nicht an eine bestimmte Organisation gebunden. TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS sind gleichwertig zugelassen. Ein Preisvergleich in der Region kann sich lohnen.

Was kostet die HU für ein Motorrad?

Die Gebühren für HU und AU eines Motorrads liegen bei rund 85 bis 95 Euro (Stand: 2026).