Probefahrt-Checkliste: Worauf Sie achten müssen
Die Probefahrt ist der wichtigste Test vor dem Autokauf. Doch viele Käufer achten nur auf das Fahrgefühl und übersehen wichtige Warnsignale. Mit dieser Checkliste prüfen Sie systematisch alle relevanten Punkte.
Vor der Probefahrt prüfen
- Kaltstart beobachten: Motor sollte sofort anspringen, keine ungewöhnlichen Geräusche
- Kontrollleuchten: Alle müssen beim Einschalten kurz aufleuchten und dann erlöschen
- Motorraum: Ölstand prüfen, auf Undichtigkeiten achten, Kühlwasserstand kontrollieren
- Spaltmaße: Gleichmäßige Spaltmaße an Türen, Motorhaube und Kofferraum - Ungleichmäßigkeiten deuten auf Unfallschäden hin
- Reifen: Profiltiefe (min. 3 mm empfohlen), gleichmäßiger Verschleiß, Alter (DOT-Nummer)
- Lack: Farbunterschiede, Lacknase, Overspray als Hinweise auf Nachlackierung
Während der Probefahrt beachten
- Lenkung: Geradeauslauf prüfen (Hände kurz vom Lenkrad), keine Vibrationen
- Bremsen: Gleichmäßige Bremswirkung, kein Quietschen, kein Ziehen zur Seite
- Getriebe: Alle Gänge durchschalten, kein Kratzen, kein Ruckeln
- Motor: Saubere Gasannahme, kein Nageln, keine Fehlzündungen, kein Blaurauch
- Geräusche: Poltern über Schlaglöcher (Fahrwerk), Pfeifen bei Geschwindigkeit (Dichtungen)
- Klimaanlage: Funktioniert auf allen Stufen, kein unangenehmer Geruch
- Elektrische Helfer: Fensterheber, Sitzverstellung, Radio, Navigation testen
Planen Sie mindestens 30 Minuten für die Probefahrt ein. Fahren Sie verschiedene Strecken: Stadtverkehr, Landstraße und wenn möglich Autobahn. Nur so können Sie das Fahrzeug unter realen Bedingungen erleben.
Nach der Probefahrt kontrollieren
- Unter das Fahrzeug schauen: Frische Ölflecken oder Kühlwasserspuren?
- Motor im Leerlauf beobachten: Ruhig und gleichmäßig oder unrund?
- Auspuff prüfen: Weißer Rauch = Kühlwasserproblem, Blauer Rauch = Ölverbrennung, Schwarzer Rauch = Gemisch zu fett
- Alle Beleuchtung testen: Abblendlicht, Fernlicht, Blinker, Bremslichter, Rückfahrscheinwerfer
Tipps für die optimale Probefahrt
- Bestehen Sie auf einer Probefahrt mit kaltem Motor - warme Motoren verbergen Startprobleme
- Nehmen Sie eine zweite Person mit, die von außen Geräusche und Optik beurteilen kann
- Fahren Sie die gleiche Strecke, die Sie täglich nutzen
- Schalten Sie das Radio aus, um Motorgeräusche besser wahrzunehmen
- Prüfen Sie die Sitzposition: Können Sie alle Pedale bequem erreichen? Ist die Übersicht gut?
Häufige Fehler bei der Probefahrt
- Zu kurze Probefahrt: 10 Minuten reichen nicht - planen Sie mindestens 30 Minuten ein
- Nur auf der Straße testen: Auch Einparken, Rangieren und Rückwärtsfahren testen
- Emotionen statt Fakten: Machen Sie sich Notizen, statt sich vom Fahrgefühl blenden zu lassen
- Kein Vergleich: Fahren Sie möglichst mehrere Fahrzeuge der gleichen Klasse