Bereits nach zwei bis vier Wochen ohne Fahrt kann die Batterie so weit entladen sein, dass der Motor nicht mehr anspringt. Gleichzeitig drohen Standplatten an den Reifen, Rost an den Bremsscheiben und Feuchtigkeit im Innenraum. Mit gezielter Vorbereitung lassen sich diese Schäden vermeiden, selbst wenn das Auto mehrere Monate steht.
Bei einer gesunden Batterie und normalem Ruhestrom halten moderne Fahrzeuge etwa zwei bis vier Wochen durch. Ältere Batterien oder Fahrzeuge mit hohem Ruhestromverbrauch können schon nach einer Woche Probleme machen.
Auch bei abgestelltem Motor verbrauchen Steuergeräte, Alarmanlagen und Borduhren Strom. Je nach Fahrzeugalter und Ausstattung liegt dieser Ruhestrom zwischen 30 und 80 Milliampere. Eine gesunde Batterie hält damit zwei bis vier Wochen durch, ältere oder schwächere Exemplare deutlich kürzer.
Fällt die Spannung unter etwa 12,4 Volt, reicht die Energie oft nicht mehr für den Startvorgang. Sinkt sie dauerhaft unter 10,5 Volt, kann die Batterie durch Sulfatierung irreversibel geschädigt werden.
Vorsorge: Klemmen Sie die Batterie ab, wenn das Fahrzeug länger als zwei Wochen steht. Alternativ schließen Sie ein Erhaltungsladegerät an, das die Spannung automatisch im optimalen Bereich hält, ohne die Batterie zu überladen. Beide Methoden sind einfach und kosten wenig.
Falls Sie nach der Standzeit feststellen, dass der Motor nicht anspringt, laden Sie die Batterie vor dem Startversuch vollständig auf, statt sie per Starthilfe zu quälen. Wiederholte Tiefentladungen verkürzen die Lebensdauer erheblich.
Bedenken Sie bei Fahrzeugen mit Start-Stopp-Automatik, dass deren AGM- oder EFB-Batterien zwar zyklenfester sind, aber ebenfalls unter längerer Entladung leiden. Auch Elektrofahrzeuge sind betroffen: Die 12-Volt-Bordbatterie versorgt Steuergeräte und kann unabhängig von der Hochvoltbatterie leer werden. Prüfen Sie daher bei jedem Fahrzeugtyp vor der Standzeit, ob ein Erhaltungsladegerät angeschlossen werden kann.
Das Gewicht des Fahrzeugs drückt dauerhaft auf dieselbe Stelle des Reifens. Nach einigen Wochen verformt sich das Gummi und es entsteht ein sogenannter Standplatten, eine flache Stelle, die beim Fahren als Vibration spürbar ist. Je geringer der Reifendruck, desto schneller entsteht der Schaden.
Leichte Standplatten bilden sich nach einigen Kilometern Fahrt oft von selbst zurück. Bei langer Standzeit oder niedrigem Druck kann die Verformung jedoch dauerhaft bleiben und den Reifen unbrauchbar machen.
Vorsorge: Erhöhen Sie den Reifendruck vor dem Abstellen um 0,3 bis 0,5 bar über den Normwert. Wenn möglich, bewegen Sie das Fahrzeug alle vier Wochen einige Meter, damit sich die Aufstandsfläche ändert. Bei Standzeiten über drei Monaten sind Reifenwiegen oder Aufbocken die sicherste Lösung.
Kontrollieren Sie nach der Standzeit den Druck aller vier Reifen und prüfen Sie die Flanken auf Risse, die durch Austrocknung entstehen können. Besonders Sommerreifen, die den Winter über auf dem Fahrzeug bleiben, altern durch Kälte und Feuchtigkeit schneller. Winterreifen wiederum leiden bei sommerlicher Hitze, wenn das Fahrzeug in der Sonne steht. Achten Sie in beiden Fällen auf das Reifenalter anhand der DOT-Nummer: Reifen älter als sechs Jahre sollten vor längerer Standzeit besonders kritisch geprüft werden.
Bremsscheiben bestehen aus Gusseisen und rosten bei Feuchtigkeit innerhalb weniger Tage an der Oberfläche. Dieser Flugrost ist normal und verschwindet nach wenigen Bremsungen. Steht das Fahrzeug jedoch wochen- oder monatelang, kann sich eine dickere Rostschicht bilden, die beim Lösen Vibrationen und Geräusche verursacht.
Ein weiteres Problem entsteht, wenn die Handbremse über einen langen Zeitraum angezogen bleibt. Die Bremsbeläge können an der Scheibe oder Trommel festkleben, sodass sich die Bremse beim ersten Losfahren schwer oder gar nicht löst.
Vorsorge: Legen Sie statt der Handbremse einen Gang ein oder nutzen Sie Unterlegkeile. Trocknen Sie die Bremsen vor dem Abstellen, indem Sie kurz vor dem Parken mehrfach leicht bremsen. So verdampft das Restwasser auf den Scheiben.
Nach der Standzeit sollten Sie die ersten Bremsungen auf einer ruhigen Strecke durchführen. Bremsen Sie dabei mehrfach sanft aus niedriger Geschwindigkeit, um den Flugrost gleichmäßig abzutragen. Treten dabei starke Vibrationen oder Schleifgeräusche auf, die nach einigen Bremsungen nicht verschwinden, lassen Sie die Bremsscheiben in einer Werkstatt prüfen, bevor Sie im normalen Verkehr fahren.
Motoröl hat je nach Hersteller eine Standzeit von etwa einem Jahr. Danach verliert es an Schmierfähigkeit und kann Ablagerungen bilden. Steht ein Ölwechsel ohnehin an, lohnt es sich, diesen vor der Standzeit zu erledigen, damit der Motor mit frischem Öl ruht.
Kühlflüssigkeit und Bremsflüssigkeit sind weniger anfällig, sollten aber vor der Wiederinbetriebnahme auf korrekten Stand und Zustand geprüft werden. Bremsflüssigkeit zieht mit der Zeit Feuchtigkeit an, was den Siedepunkt senkt und die Bremswirkung bei starker Belastung verschlechtern kann.
Ältere Fahrzeuge profitieren davon, den Tank vor der Standzeit vollzutanken. Ein voller Tank reduziert die Luftfeuchtigkeit im Tankinneren und verringert die Gefahr von Kondenswasser. Bei modernen Kunststofftanks ist dieses Problem weniger relevant.
Wer ein Fahrzeug mit Zahnriemen besitzt, sollte vor einer Standzeit von mehr als einem Jahr den Zustand des Riemens prüfen lassen. Zahnriemen können bei langer Ruhe an Elastizität verlieren und nach dem Neustart reißen. Steuerketten sind davon weniger betroffen, aber auch bei ihnen kann Ölmangel an den Führungsschienen nach langer Standzeit zu Geräuschen führen.
Feuchtigkeit im Innenraum ist ein unterschätztes Standproblem. Kondenswasser fördert Schimmelbildung auf Polstern und Verkleidungen, und ein muffiger Geruch lässt sich danach nur schwer entfernen. Lassen Sie ein Fenster minimal geöffnet oder legen Sie einen Luftentfeuchter auf die Rückbank.
Parken Sie nach Möglichkeit in einer trockenen Garage oder unter einem Carport. Im Freien schützt eine atmungsaktive Fahrzeugabdeckung vor Vogelkot, Baumharz und UV-Strahlung. Verwenden Sie keine luftdichte Plane, da darunter Kondenswasser entsteht.
Kontrollieren Sie den Wagen regelmäßig auf Marderbiss an Kabeln und Schläuchen. Marder bevorzugen stehende Fahrzeuge, weil sie ungestört arbeiten können. Marderschutzgitter oder Ultraschallgeräte können helfen.
Auch die Klimaanlage verdient Aufmerksamkeit. Wird sie monatelang nicht betrieben, können sich Bakterien und Pilze im Verdampfer ansiedeln, die beim ersten Einschalten einen unangenehmen Geruch verbreiten. Lassen Sie die Klimaanlage vor der Standzeit einige Minuten laufen, um Restfeuchtigkeit zu entfernen. Nach der Standzeit empfiehlt sich eine Desinfektion des Klimasystems, die viele Werkstätten als Kurzleistung anbieten.
Bevor Sie nach längerer Standzeit losfahren, arbeiten Sie diese Punkte ab:
Fahren Sie die ersten Kilometer vorsichtig und bremsen Sie mehrmals leicht, um Flugrost von den Scheiben zu lösen. Achten Sie auf ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen und lassen Sie das Fahrzeug bei Auffälligkeiten in einer Werkstatt prüfen.
Steht eine längere Nichtnutzung von mehr als drei Monaten an, prüfen Sie, ob eine vorübergehende Außerbetriebsetzung sinnvoll ist. Damit entfallen Kfz-Steuer und Versicherungsbeiträge für die Ruhezeit, und Sie vermeiden laufende Kosten für ein Fahrzeug, das nicht bewegt wird. Die Wiederanmeldung ist unkompliziert und kann bei vielen Zulassungsstellen inzwischen online eingeleitet werden.
Besonders bei Zweitwagen oder Saisonfahrzeugen ist die Außerbetriebsetzung eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum reinen Stehenlassen. Die Kosten für die Abmeldung und spätere Wiederanmeldung sind gering und werden durch die eingesparten Versicherungs- und Steuerbeiträge schnell aufgewogen. Beachten Sie, dass während der Außerbetriebsetzung kein Versicherungsschutz besteht und das Fahrzeug nicht im öffentlichen Raum abgestellt werden darf.
Angaben zu Standzeiten und Ruheströmen sind Richtwerte; prüfen Sie die Empfehlungen Ihres Fahrzeugherstellers.
Bei einer gesunden Batterie und normalem Ruhestrom halten moderne Fahrzeuge etwa zwei bis vier Wochen durch. Ältere Batterien oder Fahrzeuge mit hohem Ruhestromverbrauch können schon nach einer Woche Probleme machen.
Leichte Verformungen bilden sich nach einigen Kilometern Fahrt zurück. Ist der Standplatten dauerhaft sichtbar oder spürbar, muss der Reifen ersetzt werden.
Nein. Bei langer Standzeit können die Beläge an Scheibe oder Trommel festkleben. Legen Sie stattdessen einen Gang ein oder nutzen Sie Unterlegkeile.
Ab etwa drei Monaten Standzeit lohnt sich die vorübergehende Außerbetriebsetzung, weil Kfz-Steuer und Versicherung entfallen. Die Wiederanmeldung ist unkompliziert.
Bei Standzeiten unter einem Jahr sind keine gravierenden Motorschäden zu erwarten, solange das Öl nicht überaltert ist. Nach einem Jahr sollten Sie vor dem Start einen Ölwechsel durchführen lassen.