THG-Quote 2027: Prämie, Quotensprung und Prognose

Die THG-Quote steigt am 1. Januar 2027 von 12 auf 17,5 Prozent. Dieser Quotensprung um 5,5 Prozentpunkte ist der größte Einzelanstieg im gesamten gesetzlichen Quotenpfad bis 2040. Für Halter von Elektrofahrzeugen bedeutet das: Die Prämie aus dem Quotenhandel bleibt auch 2027 möglich; ihre Höhe bestimmt der Markt, und die Einschätzungen dazu gehen auseinander. Hier erfahren Sie, was der Sprung für Ihre Prämie bedeutet, wann Sie den Antrag stellen und welche Fahrzeuge berechtigt sind.

Was ist die THG-Quote und wie funktioniert die Prämie?

Die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) verpflichtet Unternehmen, die Kraftstoffe in Verkehr bringen, den CO2-Ausstoß ihrer Produkte um einen festgelegten Prozentsatz zu senken. Rechtsgrundlage ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) in Verbindung mit der 38. Verordnung zum BImSchG (38. BImSchV).

Mineralölkonzerne und andere Quotenverpflichtete können diese Pflicht unter anderem erfüllen, indem sie CO2-Einsparungen aus dem Betrieb von Elektrofahrzeugen anrechnen. Diese Einsparungen werden über den sogenannten Quotenhandel gehandelt.

Halter rein batterieelektrischer Fahrzeuge können ihre CO2-Einsparung jährlich über einen Quotenhandel-Anbieter vermarkten. Der Anbieter bündelt die Zertifikate vieler Fahrzeughalter und verkauft sie an quotenverpflichtete Unternehmen. Die Erlöse werden als THG-Prämie an die Fahrzeughalter ausgezahlt. Die Höhe der Prämie hängt vom aktuellen Marktpreis der Zertifikate ab. Dieser Preis wiederum wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt: Je höher die gesetzliche Quote, desto mehr Zertifikate müssen die Mineralölkonzerne kaufen. Einen Überblick über die THG-Quote und Auszahlung 2026 finden Sie in unserem Ratgeber.

Quotensprung 2027: Von 12 auf 17,5 Prozent

Am 1. Januar 2027 steigt die gesetzliche Minderungsquote von 12 auf 17,5 Prozent. Der Anstieg um 5,5 Prozentpunkte in einem einzigen Jahr ist der größte Sprung im gesamten Quotenpfad. Im Vergleich: Von 2025 auf 2026 stieg die Quote nur um 1,4 Prozentpunkte.

Der ursprüngliche Regierungsentwurf sah für 2027 lediglich 16 Prozent vor. Im Rahmen der parlamentarischen Beratung wurde die Quote auf 17,5 Prozent angehoben. Der Bundestag beschloss das Zweite Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote am 23. April 2026, die Verkündung erfolgte am 5. Juni 2026.

Hintergrund der Anhebung ist die europäische Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III), die höhere Minderungsziele im Verkehrssektor vorgibt. Der Bundesverband THG-Quote hatte sogar 18 Prozent gefordert, um die angestaute Übererfüllung aus Vorjahren schneller abzubauen. Beschlossen wurden 17,5 Prozent.

Für den Quotenhandel bedeutet der Sprung: Die Nachfrage nach CO2-Zertifikaten steigt, weil Mineralölkonzerne deutlich mehr Minderung nachweisen müssen. Gleichzeitig wirken aber andere Faktoren dämpfend auf die Prämie.

Prognose: Wie hoch wird die THG-Prämie 2027?

Die konkreten Beträge für das Quotenjahr 2027 stehen noch nicht fest. Laut auto motor und sport lagen die garantierten Prämien vieler Anbieter im August 2026 häufig zwischen 300 und 380 Euro, einzelne Aktionen darüber; Anfang 2026 zahlten viele Anbieter deutlich weniger.

Für 2027 gehen die Einschätzungen auseinander: auto motor und sport hielt im August 2026 mehr als 400 Euro für möglich, ohne Garantie. Offen sind vor allem diese Faktoren:

Ob die Prämie letztlich über oder unter dem Niveau von 2026 liegt, wird sich erst zeigen, wenn die ersten Zertifikate 2027 gehandelt werden. (Stand: September 2026)

Gesetzlicher THG-Quotenpfad 2024 bis 2030 (Stand: September 2026)
JahrTHG-MinderungsquoteAnstieg zum Vorjahr
20249,35 %
202510,6 %+1,25 Prozentpunkte
202612,0 %+1,4 Prozentpunkte
202717,5 %+5,5 Prozentpunkte
202819,5 %+2,0 Prozentpunkte
202922,5 %+3,0 Prozentpunkte
203026,5 %+4,0 Prozentpunkte

Der gesetzliche Quotenpfad bis 2030

Die THG-Minderungsquote steigt schrittweise von 9,35 Prozent (2024) auf 26,5 Prozent (2030). Der Quotenpfad ist in § 37a Absatz 4 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes festgelegt und reicht bis 2040 mit einem Zielwert von 65 Prozent.

Der Sprung von 2026 auf 2027 sticht heraus: Mit plus 5,5 Prozentpunkten ist er der größte Einzelschritt im gesetzlichen Pfad. Bis 2035 folgen Anstiege zwischen 2,0 und 4,0 Prozentpunkten pro Jahr, von 2036 bis 2039 jeweils 5 Prozentpunkte.

Für Fahrzeughalter bedeutet der steigende Quotenpfad, dass die THG-Prämie auch in den kommenden Jahren ein relevantes Thema bleibt. Wie sich die Nachfrage entwickelt, ist offen; zudem sinkt der Anrechnungsfaktor für Ladestrom ab 2035 von 3 auf 2 und ab 2036 auf 1.

Upstream-Emissionsminderungen (UER) sind nach der Upstream-Emissionsminderungs-Verordnung nur bis zum Verpflichtungsjahr 2024 anrechenbar, 2025 nur noch aus Altprojekten. Die doppelte Anrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe entfällt mit dem Gesetz vom 1. Juni 2026 bereits für das Jahr 2026.

Antrag stellen: Fristen und Ablauf

Den Antrag für die THG-Prämie 2027 stellen Sie über einen Quotenhandel-Anbieter. Die Anbieter teilen die Strommenge dem Umweltbundesamt (UBA) mit, das sie bescheinigt, und verkaufen die bescheinigte Menge an quotenverpflichtete Unternehmen. Seit dem 17. April 2026 erhebt das UBA für die Entscheidung über mitgeteilte Strommengen Gebühren zwischen 94,60 und 6.500 Euro je Antrag, abhängig vom Bearbeitungsaufwand. Der Ablauf ist in wenigen Schritten erledigt:

Die Registrierung dauert in der Regel wenige Minuten. Die Auszahlung erfolgt je nach Anbieter innerhalb von wenigen Tagen bis mehreren Wochen.

Fristen: Wann Anbieter Anträge für das Quotenjahr 2027 annehmen, legen sie selbst fest; Mitteilungen an das UBA sind im laufenden Verpflichtungsjahr möglich. Letzter Abgabetermin beim UBA ist der 15. November 2027. Viele Anbieter schließen ihre Annahme aber bereits früher.

Laut auto motor und sport gilt etwa der Zeitraum März bis Juni als sinnvoll, weil sich bis dahin häufig abzeichnet, wie sich der Markt entwickelt. Anfang 2026 lagen die Prämien laut dem Magazin noch deutlich niedriger.

Welche Fahrzeuge sind berechtigt?

Berechtigt sind ausschließlich rein batterieelektrische Fahrzeuge mit deutscher Zulassung. Plug-in-Hybride sind ausdrücklich ausgeschlossen. Das Fahrzeug muss auf den Namen des Antragstellers zugelassen sein. Pro Fahrzeug und Kalenderjahr kann nur eine Prämie beantragt werden.

Neben Pkw (Klasse M1) sind auch leichte und schwere Nutzfahrzeuge sowie Busse berechtigt. Für die Anrechnung gelten pauschale Schätzwerte, die das Bundesumweltministerium im Bundesanzeiger bekannt gibt:

Ab 2027 steigt der Anrechnungsfaktor für schwere E-LKW (N3) und E-Busse (M3) von Faktor 3 auf Faktor 4. Das bedeutet rund ein Drittel mehr handelbare Quote pro Fahrzeug, ohne dass sich am Fahrzeug selbst etwas ändert. Für Betreiber von E-LKW-Flotten ist das eine erhebliche Verbesserung. Für E-Pkw (M1) bleibt der Faktor 3 unverändert.

Auch Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte können die an ihren Säulen abgegebene Strommenge für die THG-Quote anrechnen. Hier gilt nicht die Pauschale, sondern die tatsächlich gemessene Energiemenge. Für Unternehmen mit eigenen Ladeparks kann dies eine zusätzliche Einnahmequelle sein.

Tipps für eine möglichst hohe THG-Prämie

Mit der richtigen Strategie holen Sie mehr aus Ihrem Zertifikat heraus:

Weitere Förderungen für Elektrofahrzeuge finden Sie im Ratgeber E-Auto-Prämie 2026. Wie sich die CO2-Abgabe auf Benzin und Diesel entwickelt, erfahren Sie ebenfalls auf unserer Seite.

Angaben zur Höhe der THG-Prämie 2027 sind Markteinschätzungen, keine Zusagen. Die tatsächliche Prämienhöhe hängt von der Marktentwicklung ab. Keine Rechts- oder Finanzberatung. Stand: September 2026.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die THG-Prämie 2027?

Die Beträge für 2027 stehen noch nicht fest. Laut auto motor und sport lagen die garantierten Prämien im August 2026 häufig bei 300 bis 380 Euro; für 2027 hielt das Magazin mehr als 400 Euro für möglich, ohne Garantie. (Stand: September 2026)

Wann kann ich die THG-Prämie 2027 beantragen?

Wann Anbieter Anträge annehmen, legen sie selbst fest; Mitteilungen an das Umweltbundesamt sind im Jahr 2027 möglich. Der letzte Abgabetermin ist der 15. November 2027.

Welche Fahrzeuge erhalten die THG-Prämie?

Ausschließlich rein batterieelektrische Fahrzeuge mit deutscher Zulassung. Plug-in-Hybride sind nicht berechtigt. Das Fahrzeug muss auf den Antragsteller zugelassen sein. Pro Fahrzeug und Jahr gibt es eine Prämie.

Kann die THG-Prämie trotz höherer Quote sinken?

Das ist möglich, aber nicht sicher: Quotenverpflichtete können 2027 die Übererfüllungen aus 2024 (laut Zoll rund 6,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent) und 2025 anrechnen, und eine wachsende E-Auto-Flotte erhöht das Angebot; die höhere Quote steigert dagegen die Nachfrage.

Wie hoch ist die THG-Quote 2027?

Die gesetzliche Treibhausgasminderungsquote steigt am 1. Januar 2027 von 12 auf 17,5 Prozent. Das ist der größte Einzelanstieg im gesamten Quotenpfad. Der Regierungsentwurf sah zunächst nur 16 Prozent vor.

Lohnt sich ein Mehrjahresvertrag für die THG-Prämie?

Das hängt vom Marktumfeld ab. Laut auto motor und sport profitieren Kunden mit Mehrjahresvertrag meist nicht, falls die Prämien weiter steigen. Ein Einzeljahresvertrag kann bei steigendem Quotenpreis mehr bringen, birgt aber das Risiko eines schwächeren Marktes.

Quellen

Stand: September 2026. Preise und Bedingungen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben der Anbieter.