Aktuell 2026

Elektroauto Ladestation: Der komplette Guide

Wallbox für Zuhause, Installation, Kosten, Förderung & öffentliche Ladesäulen - alles was E-Auto-Fahrer wissen müssen.

400-2.000€
Wallbox Kaufpreis
500-2.500€
Installation
11-22 kW
Ladeleistung
5-10x
schneller als Steckdose

📑 Inhalt

🔌 Lademöglichkeiten im Überblick

Ladetyp Leistung Ladezeit (50 kWh) Kosten/kWh
Haushaltssteckdose 2,3 kW ~22 Stunden ~0,35 €
Wallbox 11 kW 11 kW ~5 Stunden ~0,35 €
Wallbox 22 kW 22 kW ~2,5 Stunden ~0,35 €
AC-Ladesäule öffentlich 22 kW ~2,5 Stunden 0,40-0,60 €
DC-Schnelllader 50-150 kW 20-60 Min (80%) 0,50-0,80 €
HPC (High Power) 150-350 kW 15-30 Min (80%) 0,50-0,90 €

⚠️ Wichtig: Haushaltssteckdose nur für Notfälle!

Normale Steckdosen sind nicht für Dauerbelastung ausgelegt. Bei regelmäßigem Laden besteht Brandgefahr durch Überhitzung. Eine Wallbox ist deutlich sicherer und effizienter.

📦 Wallbox: Kosten & Auswahl

Wallbox-Modell Leistung Preis Besonderheit
go-e Charger Gemini 11 kW ~600 € App-Steuerung, portabel
Heidelberg Wallbox Energy Control 11 kW ~500 € Made in Germany, robust
ABL eMH1 11 kW ~700 € Kompakt, zuverlässig
Easee Home 22 kW ~900 € Design, Lastmanagement
Webasto Live 22 kW ~800 € PV-Integration, App
KEBA KeContact P30 22 kW ~1.200 € MID-Zähler, Abrechnungsfähig

11 kW oder 22 kW Wallbox?

✅ 11 kW Wallbox (Empfohlen)

  • • Keine Genehmigung nötig (nur Anmeldung)
  • • Günstiger in Anschaffung
  • • Geringere Installationskosten
  • • Für Nachtladen völlig ausreichend
  • • Schont den Akku durch langsameres Laden

⚡ 22 kW Wallbox

  • • Genehmigungspflichtig beim Netzbetreiber
  • • Doppelt so schnell wie 11 kW
  • • Höhere Anschlusskosten
  • • Sinnvoll bei großem Akku (>80 kWh)
  • • Für Vielfahrer mit wenig Standzeit

💡 Tipp:

Die meisten E-Autos laden ohnehin nur mit 11 kW AC, auch wenn eine 22 kW Wallbox angeschlossen ist. Prüfen Sie vorher die maximale AC-Ladeleistung Ihres Fahrzeugs!

🔧 Installation & Voraussetzungen

📋 Voraussetzungen

  • Ausreichend Absicherung im Zählerschrank
  • Erdung / Potentialausgleich vorhanden
  • Eigentümer oder Vermieter-Genehmigung
  • Netzbetreiber-Anmeldung (11 kW) oder Genehmigung (22 kW)
  • FI-Schutzschalter Typ A-EV oder B

💰 Typische Installationskosten

  • Elektrikerarbeiten 400-1.000 €
  • Kabelverlegung (10-20m) 200-600 €
  • Zählerschrank-Anpassung 100-500 €
  • FI-Schutzschalter 50-200 €
  • Gesamt (typisch) 500-2.500 €

📝 Schritt-für-Schritt Ablauf

  1. 1 Vor-Ort-Check: Elektriker prüft Hauselektrik und Verlegewege
  2. 2 Netzbetreiber: Anmeldung (11 kW) oder Genehmigungsantrag (22 kW) - dauert 1-4 Wochen
  3. 3 Wallbox kaufen: Nach Angebots- und Funktionsvergleich bestellen
  4. 4 Installation: Fachbetrieb installiert und nimmt in Betrieb (1-2 Stunden)
  5. 5 Inbetriebnahme: Protokoll, Einweisung, App-Einrichtung

💶 Förderung & Zuschüsse 2026

🏠 Privatpersonen

KfW 442 (Solarstrom für E-Autos) Bis 10.200 €

Kombi-Förderung: PV-Anlage + Speicher + Wallbox. Voraussetzung: E-Auto vorhanden, bidirektionale Wallbox, Eigentum.

Landesförderprogramme 200-1.500 €

Bayern, NRW, Baden-Württemberg und weitere Länder haben eigene Programme. Kommunen teilweise zusätzlich.

THG-Quote 50-100 €/Jahr

Jährlicher Bonus für E-Auto-Besitzer. Einfach online beantragen bei Anbietern wie Geld-für-eAuto.de.

🏢 Unternehmen & Vermieter

KfW 441 (Ladestationen für Unternehmen) Bis 900 € pro Ladepunkt

Für gewerblich genutzte Fahrzeuge, Mitarbeiterparkplätze und Kundenstellplätze.

KfW 440 (Wohngebäude) Aktuell erschöpft

War: 900 € pro Ladepunkt für WEG und Vermieter. Neuauflage in 2026 möglich - Newsletter abonnieren!

⚠️ Wichtig bei Förderungen:

Immer VOR dem Kauf und der Installation beantragen! Nachträgliche Anträge werden in der Regel abgelehnt. Fördertöpfe können kurzfristig erschöpft sein.

🏪 Öffentliche Ladesäulen

Anbieter AC-Preis/kWh DC-Preis/kWh Grundgebühr
ADAC e-Charge 0,51 € 0,54 € 4,99 €/Monat
EnBW mobility+ 0,51 € 0,61 € 5,99 €/Monat
Maingau EinfachStromLaden 0,49 € 0,59 € 0 €
Tesla Supercharger - 0,45-0,59 € 0 €
IONITY (Ad-hoc) - 0,79 € 0 €
IONITY Passport - 0,35 € 12,99 €/Monat
🔍

Ladesäulen finden

Apps: Chargemap, GoingElectric, A Better Route Planner

💳

Bezahlung

Ladekarte, App, EC/Kreditkarte (Adhoc ab 2026 Pflicht)

📊

Ausbau

120.000+ öffentliche Ladepunkte in Deutschland (2026)

💰 Ladekosten im Vergleich

Rechenbeispiel: 15.000 km/Jahr, Verbrauch 18 kWh/100 km = 2.700 kWh/Jahr

Zuhause laden (Haushaltsstrom 0,35 €/kWh)
945 €/Jahr
Zuhause + PV-Anlage (~0,10 €/kWh)
270 €/Jahr
Öffentlich AC (0,50 €/kWh)
1.350 €/Jahr
Schnelllader DC (0,65 €/kWh)
1.755 €/Jahr
Vergleich: Benziner (8l/100km, 1,70€/l)
2.040 €/Jahr

💡 Fazit:

Wer zuhause lädt, spart gegenüber Benzinern ca. 50%. Mit eigener PV-Anlage sind Einsparungen von 80-90% möglich!

💡 10 Tipps für günstiges Laden

1

Zuhause laden statt öffentlich

80% aller Ladevorgänge finden zuhause statt - nutzen Sie den günstigeren Haushaltsstrom.

2

Stromtarif mit Nachtstrom nutzen

Spezielle E-Auto-Tarife oder HT/NT-Tarife können 20-30% günstiger sein bei Nachtladung.

3

PV-Anlage installieren

Eigener Solarstrom kostet nur 8-12 Cent/kWh - ideal mit Wallbox kombinieren.

4

Kostenlose Lademöglichkeiten nutzen

IKEA, Lidl, Kaufland, Hotels - viele bieten kostenloses Laden beim Einkaufen an.

5

Richtige Ladekarte wählen

Monatliche Grundgebühr lohnt sich erst ab ca. 100 kWh öffentlichem Laden/Monat.

6

Beim Arbeitgeber laden

Viele Unternehmen bieten kostenloses oder vergünstigtes Laden für Mitarbeiter.

7

Schnellladen nur bei Bedarf

DC-Schnellladen ist 40-100% teurer als AC - nur für längere Strecken nutzen.

8

Nur bis 80% laden

Schnellladen verlangsamt ab 80% erheblich - oft nicht warten, sondern weiterfahren.

9

Preisvergleich-Apps nutzen

Apps wie Chargeprice oder Going Electric zeigen günstigste Ladesäulen in der Nähe.

10

THG-Quote verkaufen

50-100€ jährlicher Bonus fürs E-Auto - finanziert quasi 100-200 kWh Strom.

Häufige Fragen zu E-Auto Ladestationen

Brauche ich eine Wallbox oder reicht die Steckdose?

Eine Wallbox ist dringend empfohlen. Normale Haushaltssteckdosen sind nicht für die Dauerbelastung beim E-Auto-Laden ausgelegt und können überhitzen. Eine Wallbox lädt 5-10x schneller, ist sicherer und schont durch kontrolliertes Laden auch den Akku. Die Investition (600-2.000€) lohnt sich langfristig.

Muss ich die Wallbox beim Netzbetreiber anmelden?

Ja, alle Wallboxen müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Bei 11 kW reicht eine einfache Anmeldung (Mitteilung). Ab 22 kW ist eine Genehmigung erforderlich, die der Netzbetreiber auch verweigern kann. Die Anmeldung erfolgt über ein Online-Formular beim lokalen Netzbetreiber.

Was kostet eine Wallbox mit Installation?

Eine Wallbox kostet 400-1.500€, die Installation zusätzlich 500-2.500€. Gesamtkosten typischerweise: 1.000-4.000€. Die Installationskosten hängen stark von der Entfernung zum Zählerschrank und dem Zustand der Hauselektrik ab. Bei günstigen Bedingungen sind auch Komplett-Pakete ab 1.200€ möglich.

Gibt es noch Förderung für Wallboxen in 2026?

Die große KfW-Förderung 440 (900€) ist erschöpft. Aktuell gibt es das KfW-Programm 442 "Solarstrom für Elektroautos" mit bis zu 10.200€ für die Kombination PV-Anlage + Speicher + Wallbox. Zusätzlich fördern viele Bundesländer und Kommunen Wallboxen mit 200-1.500€. Unternehmen können KfW 441 nutzen (900€/Ladepunkt).

Kann ich als Mieter eine Wallbox installieren?

Ja, seit Dezember 2020 haben Mieter einen gesetzlichen Anspruch auf Einbau einer Ladestation (WEMoG). Der Vermieter darf nur aus wichtigen Gründen ablehnen. Die Kosten trägt der Mieter. Bei Auszug kann der Vermieter den Rückbau verlangen, muss aber einen Verzicht anbieten, wenn er die Wallbox übernehmen möchte.

Wie lange dauert es, ein E-Auto zu laden?

Mit 11 kW Wallbox: ca. 5-8 Stunden für eine Vollladung (50-70 kWh Akku). Mit 22 kW: ca. 2,5-4 Stunden. Am DC-Schnelllader: 20-40 Minuten auf 80%. Da die meisten E-Autos nachts laden, reicht eine 11 kW Wallbox völlig aus - morgens ist der Akku voll.

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