Die Reichweite von Elektroautos sinkt im Winter spürbar – oft um 20-40%. Das verunsichert viele E-Auto-Fahrer. Doch mit den richtigen Strategien können Sie den Reichweitenverlust deutlich minimieren.
Warum sinkt die Reichweite im Winter?
1. Batteriechemie
Lithium-Ionen-Batterien arbeiten bei Kälte weniger effizient. Die chemischen Reaktionen laufen langsamer ab, die nutzbare Kapazität sinkt temporär.
2. Heizung
Anders als beim Verbrenner entsteht beim E-Auto kaum Abwärme. Die Heizung muss elektrisch betrieben werden und verbraucht 2-5 kW Leistung.
3. Batterie-Temperierung
Die Batterie muss geheizt werden, um effizient zu laden und zu entladen. Das kostet zusätzlich Energie.
Reichweitenverlust nach Temperatur
| Temperatur | Reichweitenverlust |
|---|---|
| +10°C | ca. 10% |
| 0°C | ca. 20% |
| -10°C | ca. 30% |
| -20°C | ca. 40% |
10 Tipps für mehr Reichweite im Winter
Vor der Fahrt
- Vorklimatisieren am Netz: Auto während des Ladens aufheizen
- In Garage parken: Batterie bleibt wärmer
- Laden bei Kälte vermeiden: Wenn möglich, bei wärmeren Temperaturen laden
Während der Fahrt
- Sitzheizung statt Innenraumheizung: Direktwärme ist effizienter
- Lenkradheizung nutzen: Spart bis zu 3 kW gegenüber Gebläse
- ECO-Modus aktivieren: Reduziert Heizleistung intelligent
- Vorausschauend fahren: Rekuperation maximieren
- Geschwindigkeit reduzieren: 100 statt 130 km/h spart 20% Energie
Beim Laden
- Laden nach der Fahrt: Batterie ist noch warm
- Schnellladen reduzieren: Kalte Batterie lädt langsamer
Welche E-Autos haben Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe nutzt Umgebungswärme und ist 3x effizienter als eine reine Widerstandsheizung. Modelle mit Wärmepumpe:
- Tesla Model 3/Y (seit 2021)
- VW ID.3/ID.4 (optional)
- BMW iX / i4
- Hyundai Ioniq 5/6
- Kia EV6
- Mercedes EQE/EQS
Fazit: E-Auto im Winter
Mit der richtigen Strategie ist auch der Winter kein Problem. Die wichtigsten Punkte:
- Vorklimatisieren am Stromnetz nutzen
- Sitz- und Lenkradheizung bevorzugen
- Fahrweise anpassen
- Ladeplanung mit einrechnen
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